Schick sein setzt sich durch

Schick sein setzt sich durchBautzen / Budyšin, 1. August 2017. Wie sehr sich das Modebewusstsein ändert, das zeigt sich bei einem Blick in den Rückspiegel vergangener Jahrzehnte. Ziehen sich heute Menschen bewusster an? Kann man überhaupt einteilen, wie modebewusst die Menschen sind? Ist in der Mode heutzutage nicht alles erlaubt? Der Bautzner Anzeiger wagt einen Ausflug in die Welt von Karl Lagerfeld, der noch zu zitieren sein wird, & Co.
Abbildung: Schick sein und Lebensfreude ausstrahlen ist keine Frage des Alters.

An ihrer Kleidung sollst Du sie erkennen!

An ihrer Kleidung sollst Du sie erkennen!

In vielen Sportarten haben sich eigene Moderichtungen herausgebildet, so beim Tennis, beim Yoga, beim Reiten und beim Fitness-Sport.

Kleider machen Leute – oder eben nicht. Wie sich jemand kleidet, sagt viel über die Lebenseinstellung und die Wertschätzung für die eigene Person und für andere. Der Bautzener Anzeiger hat folgende vier "Kleidungstypen" erkannt:

1. Graue Maus

Die "graue Maus" war in der "DDR" weit verbreitet und ist heute vor allem bei nicht mehr ganz jungen Leuten anzutreffen: Praktisch sollte die Kleidung sein, alltagstauglich und nicht zu hell, damit nicht gleich jeder Schmutz zu sehen ist. Damit geht einher, möglichst nicht aufzufallen, sich nicht aus der "grauen Masse" abzuheben. Manche erinnern sich, wie es war, wenn "Westbesuch" kam und auch ältere Damen von dort bunt und lebensfroh angezogen waren. "Die hat aber Mut!", hieß es dann, und: "So würde ich nicht herumlaufen!"

Zum Glück werden die grauen Mäuse – obwohl sich die Population erstaunlich gut hält – immer weniger. Und zugegeben: Die Weste mit den vielen Taschen ist für Opa wirklich praktisch, auch wenn eben nicht gerade elegant.

2. Sportlich. Sportlich? Sportlich!

Eine weitere große Gruppe von Menschen trägt auch in der Öffentlichkeit sportliche Kleidung, auch bekannt als "Freizeitkleidung". Wenn aber – was häufig genug der Fall ist – der sportive Anspruch der Kleidung so gar nicht zur Körperfülle passt, wird es schnell peinlich. "Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren", so das vernichtende Urteil von Modezar Karl Lagerfeld im Jahr 2012 in der ZDF-Talkshow bei Markus Lanz.

Anders ist es, wenn jemand auf seine Figur achtet. Besonders Yogini (Sanskrit: योगिनी ) – Frauen, die Yoga betreiben und ihr Leben ein Stück weit danach ausrichten – sehen nicht nur gut aus, sondern gehen achtsam mit sich selbst und anderen um. Genau auf diese Zielgruppe hat sich der Ana Heart Yoga Shop ausgerichtet mit Yoga-Kleidung, die nicht nur die Präsenz im Yoga-Studio unterstreicht, sondern auch in der Öffentlichkeit kraftvolle Weiblichkeit und positive Energie signalisiert.

3. Im Zwang des Business

Auch, wenn es weniger wird: In vielen Tätigkeitsbereichen, vor allem in Büros und bei Kundenkontakt, gelten geschriebene oder ungeschriebene Kleidungsvorschriften. Die Dresscodes sagen viel aus über die Stellung einer Person in der Hierarchie eines Unternehmens oder einer sonstigen Organisation. Wer bei einem neuen Job unsicher ist, sollte sich nach den Üblichkeiten erkundigen, sich aber auf jeden Fall anpassen, um nicht durch Äußerlichkeiten gleich in eine Außenseiterrolle zu geraten.

Besteht Anzugpflicht, sollte man wissen: Auch in der größten Hitze dürfen nach der strengen Etikette Krawatte und Jackett nicht abgelegt werden; kurzärmelige Hemden sind in der Geschäftswelt eh ein "no go". Bei der abendlichen Restaurantrunde nach dem Seminar machen die Herren mit dem "kleinen Bieranzug" nichts falsch: Wenn es nicht zu warm ist, gilt: Hemd und Pulli drüber ist in Ordnung, schicke Jeans übrigens auch. Die Damen hingegen haben es generell nicht leicht, "das Richtige" anzuziehen: Besonders in der Bankenwelt werden, je höher die Etage, das dunkelblaue Kostüm mit knielangem Rock, allenfalls mit Hose, und die weiße Bluse erwartet.

Neben den "eigentlichen" Etikette-Regeln gibt es aber eine weitere: Die besagt, dass man sich im Zweifelsfall an die anderen anpassen soll, auch wenn die es "falsch" machen.

4. Freizeit und kulturelle Anlässe

In der Freizeit ist die Entwicklung divergierend: Während man heutzutage durchaus in Jeans ins Theater gehen kann, wäre das in der Oper noch immer ein Fauxpas – man würde anderen Leuten durchaus die festliche Stimmung verderben.

Man sollte sich, das ist die Grundregel, stets so anziehen, dass andere spüren, dass man seine Kleidung ganz bewusst gewählt hat. Was man dann auswählt, kann höchst unterschiedlich sein, solange es nur zu einem selbst und zum Anlass passt.

Fazit:

Schlecht sitzende, angeschmutzte oder Kleidung mit Verschleißspuren – und wenn man genau dieses Hemd auch noch so liebt! – geht überhaupt nicht. Eine wirklich professionelle Farb- und Stilberatung kann helfen, den eigenen Typ zu unterstreichen und nach und nach auf kombinierbare Anziehsachen umzusteigen.

Haben Sie keine Angst, durch gute, wo passend auch farbenfrohe Kleidung aufzufallen, denn sie werden damit immer nur positive Beachtung finden! Ziehen Sie sich öfter ganz bewusst gut an, weil das einem selbst guttut, man aber andererseits auch Sicherheit im Tragen dieser Sachen gewinnt (Männern, die einmal im Jahr ihren Anzug tragen, sieht man das an).

Im Zweifel gilt: Lieber eine Spur zu gut angezogen, als auch nur einen Hauch zu schlecht!

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  • Zuletzt geändert am 01.08.2017 - 16:47 Uhr
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