Lausitzer Musiksommer

Lausitzer MusiksommerBautzen / Budyšin | Zittau | Neschwitz / Njeswačidło | Kamenz / Kamjenc, 13. Juli 2016. Das zweite Konzertwochenende des Lausitzer Musiksommers 2016 startet im Dom St. Petri Bautzen und führt die Besucher zu Veranstaltungen in Neschwitz, Zittau und Kamenz.
Abbildung: "Niniwe – vocal art" tritt in Neschwitz auf.

Ausführliche Informationen auf der Webseite

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"Klangbezirk" folgt den Spuren Christian Gottlieb Pribers.

  • Das Wochenende beginnt am Sonnabend, dem 23. Juli 2016, um 17.15 Uhr, mit der Orgelvesper "Leben auf Erden in ewiger Glückseligkeit" mit Johannes Trümpler im Bautzener Dom St. Petri. Trümpler ist seit 2015 Dresdner Domorganist an der Kathedrale des Bistums Dresden-Meißen, an der er die einzige in Dresden erhaltene Silbermannorgel spielt. 1981 im Saarland geboren, absolvierte er 2005 sein Studium für Orgel und Klavier mit Auszeichnung in Köln. Seine Entwicklung als Organist war rasant: Er gewann mehrere Preise bei internationalen Wettbewerben, gab zahlreiche Solokonzerte im In- und Ausland, konzertierte mit Chören und Orchestern. 2006 wurde er Abteiorganist in Maria Laach, wo er 2007 die "Laacher Orgelkonzerte" gründete.

    In seiner Orgelvesper bringt Johannes Trümpler Werke des lange verkannten Leipziger Komponisten Sigfrid Karg-Elert (1877–1933) zur Aufführung, dessen spätromantische Musik musikalische Anregungen zwischen Bach, den Impressionisten und dem frühen Arnold Schönberg fand. Anders als Karg-Elert war Louis Vierne (1870–1937) ein sehr beachteter und erfolgreicher französischer Komponist und Organist. Mit dem orchestralen Klangreichtum seiner Musik stand er, u. a. Schüler von César Franck und Charles-Marie Widor, in der Tradition der französischen Orgelschule.

    Eine Veranstaltung vom Lausitzer Musiksommer. Der Eintritt ist frei, um eine Kollekte wird gebeten.

  • "Vier Frauenstimmen, sonst nichts und doch viel mehr!", so heißt es am Sonnabend, dem 23. Juli 2016, um 18.30 Uhr, im Alten Schloss in Neschwitz. Hier gastiert unter dem Titel "Vier Stimmen so klar!" das Berliner Jazzensemble "Niniwe – vocal art", gegründet 2002.

    Mit der Idee, vier gleiche Stimmen zu vereinen, fanden die vier studierten Jazzsängerinnen ihren individuellen Stil und für ihre Präzision, Homogenität und ihren facettenreichen Klang frühen internationalen Erfolg. Auszeichnungen folgten ab 2004 fast jährlich. Seit 2005 brachten sie sechs CDs heraus. Konzerte und Tourneen führten Niniwe unter anderem nach Taiwan, Spanien, Italien, Frankreich, Belgien, Ungarn, Dänemark, Finnland, Österreich und in die Schweiz.

    In Neschwitz präsentiert "Niniwe" Arrangements aus Klassik, Weltmusik, Volkslied und Pop – vier Elemente, welche ihre Musik bestimmen. Vier Stimmen mit erstaunlicher Bandbreite. Vom schlanken Mädchensopran über die groovige Jazzröhre bis zur rauchigen Soulsängerin, mit Werken aus dem Jazz, der Klassik, dem Volkslied und der Welt- und Popmusik.

    Eintrittskarten im Vorverkauf kosten acht Euro, an der Konzertkasse zehn oder acht Euro.

  • Ebenfalls am Sonnabend, dem 23. Juli 2016, reist der Lausitzer Musiksommer nach Zittau. Um 17.00 Uhr wird im Kulturhistorischen Museum und Franziskanerkloster unter dem Titel "Kingdom Paradise – Christian Gottlieb Priber und die Sozialutopien der Gegenwart ..." eine Führung mit Museumsdirektor Dr. Peter Knüvener angeboten, die sich der aktuellen Ausstellung der Städtischen Museen Zittau widmet.

    Priber wurde 1697 in Zittau geboren. Der gelehrte Rechtsanwalt träumte von einer besseren Welt, verließ seine Familie in Zittau und machte sich auf den Weg über England in die nordamerikanischen Kolonien. Als Mitglied der Cherokee erforschte er deren Sprache und setzte sich für ihre Rechte ein. Und schließlich wollte er am Alabama River sein "Königreich Paradies" gründen, eine Gemeinschaft vollkommener Freiheit. Die Kolonialmacht erkannte ihn als Gegner, setzte ihn in Gefangenschaft, in der er 1744 in Fort Frederica in Georgia starb. Sein Tagebuch, sein Wörterbuch der Cherokee-Sprache und seine ausgearbeitete politischen Utopie über das "Königreich Paradies" sind heute verschollen.

    Die Ausstellung "Kingdom Paradise – Christian Gottlieb Priber und die Sozialutopien der Gegenwart …" zeigt Werke internationaler zeitgenössischer Künstler, die sich ausgehend von Pribers Leben und Ideen Sozialutopien der Gegenwart widmen.

    Die Führung kostet sechs Euro, für Inhaber einer Konzertkarte fünf. Karten zur Führung sind im Kulturhistorischen Museum erhältlich.

  • Im Anschluss an die Führung wird am Sonnabend, dem 23. Juli 2016, um 19.30 Uhr, zum "Nachklang eines Utopisten" in den Bürgersaal des Zittauer Rathauses eingeladen - einer A-cappella-Botschaft durch Raum und Zeit an den Zittauer Rechtsanwalt, Utopisten, und Cherokee Christian Gottlieb Priber.

    Die Botschaft "Lieber Priber, ..." stammt von "Klangbezirk", einem Vokalensemble, das seine Zuhörer berührt, sie mitnimmt auf eine Entdeckungsreise in seinen ganz realen musikalischen Kosmos. Mit großartiger Präsenz, spielender Leichtigkeit, fesselnden Stimmen und Arrangements und überbordender Freude am gemeinsamen Singen, gehört Klangbezirk zum Besten, was die deutsche A-cappella-Szene bietet. Klangbezirk trat 2006 an und gewann im selben Jahr die "International A Cappella Competition" in Graz. Einige der renommiertesten internationalen Auszeichnungen folgten sowie Konzerttourneen nach Schweden, Finnland, Italien, Ungarn, Korea, Hongkong, Taiwan, Singapur und China.

    "Klangbezirk", das sind vier ausgezeichnete Solisten, die ihr Können im Musikstudium, dem Bundesjugendjazzorchester "BuJazzO" und in Solo-Projekten unter Beweis gestellt haben – und nun Priber. Den wenigen Spuren seines Lebens folgt Klangbezirk mit seinen Stimmen nach. Die Klangspur reicht von Zittau, mit Liedern von Johann Krieger, über das deutsche, französische und indianische Volkslied, die Musik Händels, dem Jazz bis zu Songs von The Who, Canned Heat und dem Protest der Janis Joplin.

    Eintrittskarten im Vorverkauf kosten zehn Euro, an der Konzertkasse 20 oder 15 Euro.

  • Am Sonntag, dem 24. Juli 2016, reist der Lausitzer Musiksommer weiter in die Lessingstadt Kamenz. Unter dem Titel "Opus Johann Lange - Kamenz mit klingender Geschichte" wird um 18 Uhr in der Klosterkirche und Sakralmuseum St. Annen die bedeutende Orgelbaugeschichte im Mittelpunkt einer Führung mit der Leiterin der Städtischen Sammlungen Kamenz, Dr. Sylke Kaufmann, stehen.

    Die Städtischen Sammlungen Kamenz erinnern mit einer Ausstellung anlässlich des 400. Todestages des Kamenzer Orgelbauers Johann Lange daran. Lange, der 1543 in Wesselburen in Dithmarschen geboren wurde, ließ sich in Hamburg zum Orgelbauer ausbilden und kam über Lützen 1576 in die Oberlausitz. 1578 erwarb er das Bürgerrecht in Kamenz. Lange brachte die hochentwickelte norddeutsche Orgelbaukunst nach Mitteldeutschland. Seine Orgelbauwerkstatt wurde überwiegend in Sachsen und Schlesien tätig. Lange gilt als führender Orgelbauer Sachsens in der Spätrenaissance und steht am Anfang einer mitteldeutschen Orgelbautradition, die im 17. und 18. Jahrhundert voll zur Blüte gelangt.

    Der Preis beträgt sechs Euro, für Inhaber einer Konzertkarte viereinhalb. Karten zur Führung sind in der Klosterkirche und Sakralmuseum St. Annen erhältlich.

    Im Anschluss an die Führung wird sich in der Klosterkirche ein Konzert dem Kamenzer Orgelbauer Johann Lange widmen. Um 19.30 Uhr gastiert hier unter dem Titel "Ein Chor voller Musikanten" das international renommierte Ensemble "Concerto Palatino".

    In der Zeit um 1600 gilt Lange als einer der bedeutendsten Orgelbauer Sachsens. In der Oberlausitzer war er wiederholt für die Bischofswerdaer Stadtkirche tätig. In jenen Jahren wirke Abraham Schadäus als Kantor an St. Petri in Bautzen. Sein bedeutendes Musiksammelwerk, das "Promtuarium musicum" – 1611 bis 1617 in vier Bänden in Straßburg erschienen, liefert die Musik im Konzert anlässlich des 400. Todestages von Johann Langes und zum 450. Geburtstag von Abraham Schadäus.

    Mit "Concerto Palatino", 1987 von Charles Toet und Bruce Dickey gegründet, ist ein Ensemble zu hören, das quasi synonym für die Musik der Renaissance steht. Mit seinem Repertoire für historische Blasinstrumente trat Concerto Palatino bei unzähligen Festivals und Konzerte in Europa, den USA und Japan auf. Mit hoher Virtuosität und Liebe zu ihrer Musik, begeistern die Musiker Liebhaber Alter Musik weltweit. Im Konzert kommen Werke aus dem "Promtuarium musicum" von Giovanni Gabrieli, Melchior Franck, Agostino Agazzari, Giacomo Vincenti, Petrus Antonius Blanchis, Hans Leo Hassler und Nicolaus Zangius zur Aufführung.

    Eintrittskarten im Vorverkauf kosten zehn Euro, an der Konzertkasse 20 oder 15 Euro.

Kartenvorverkauf:
Mit Ausnahme der Konzerte in Kamenz und Zittau können die Eintrittskarten im Ökumenischen Domladen St. Petri Bautzen, im SZ-Treffpunkt Bautzen erworben sowie im Kulturbüro der Stadt Bautzen, Fleischmarkt 1, 02625 Bautzen, schriftlich bestellt werden. Dabei sind Vor- und Nachname, vollständige Anschrift (Straße, Hausnummer, PLZ, Ort) und Konzertauswahl anzugeben. Ein direkter Verkauf ist nicht möglich. Karten für die Veranstaltungen in Kamenz und Zittau können bei den örtlichen Vorverkaufsstellen erworben werden.
Ermäßigung ist Schülern, Studenten, Rentnern, Arbeitslosen und Menschen mit Behinderung vorbehalten (mit gültigem Ausweis). Eine Begleitperson Behinderter erhält ermäßigten Eintritt. Kinder bis einschließlich siebentem Lebensjahr erhalten freien Eintritt. Kartenrückgabe oder -tausch ist nicht möglich, außer bei Ausfall einer Veranstaltung. Es besteht grundsätzlich freie Platzwahl. Eintrittskarten sind 45 Minuten vor Konzertbeginn an der Konzertkasse erhältlich.

Übernachtungsangebot

Unter dem Titel "Kunst und Kultur" bietet das BEST WESTERN PLUS Hotel Bautzen spezielle Übernachtungspakete für den Lausitzer Musiksommer 2016 an. Reservierungen sind unter Telefon 03591 - 4920 oder per E-Mail an info@bwbautzen.de möglich.

Ausführliche Informationen
zu Programm, Eintrittskarten und Vorverkaufsstellen gibt es unter www.lausitzer-musiksommer.de.

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  • Quelle: red | Fotos: PR und Caroline Pitzke
  • Zuletzt geändert am 12.07.2016 - 23:07 Uhr
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