Rudolf Bahro Gedenken in Pommritz

Pommritz / Pomorcy, 17. Juli 2015. Rudolf Bahro war in der "DDR" einer der bekanntesten reformkommunistischen Dissidenten. In diesem Jahr wäre er 80 Jahre alt geworden. Daran erinnern Veranstaltungen auch im Landkreis Bautzen.

LebensGut führt Rudolf Bahro Archiv

Wegen seines 1977 in der Alt-Bundesrepublik veröffentlichten Buches "Die Alternative", in dem er sich mit dem "DDR"-Sozialismus auseinandersetzte, war Bahro von August 1978 bis Oktober 1979 im Stasi-Gefängnis Bautzen II inhaftiert. Internationaler Druck sorgte für seine vorzeitige Entlassung und Ausreise in den damals so genannten Westen. Dort widmete er sich ausgiebigen Studien aller Erkenntnis- und Politikströmungen von radikal links bis neu spirituell und lehrte bis 1989 in Bremen und in Berlin.

Begeistert von Glasnost und Perestroika erlebt Bahro während eines Selbstbesinnungsseminars seiner Lernwerkstatt den Mauerfall - und ging sofort in den Osten zurück, um beim Versuch einer sozialistischen Erneuerung mitzuwirken. Seine Rede auf dem ersten Parteitag der zur PDS mutierten SED stößt jedoch auf weitgehendes Unverständnis für seine radikal-ökologischen Schlussfolgerungen.

Doch Bahro verucht im kleinen, was im großen nicht geht: Neben seinen akademischen Aktivitäten in Berlin experimentiert er mit nachhaltigen Lebens- und Wirtschaftsformen. Aus einem Gespräch mit dem sächsischen Ministerpräsidenten Kurt Biedenkopf im Sommer 1991 entstand das sozialökologische Zukunftsforschungsprojekt "LebensGut" in Pommritz bei Bautzen. Nur drei Jahre später erkrankte Rudolf Bahro an Blutkrebs und verstarb im Dezember 1997.

Auf dem LebensGut Pommritz, das ein Rudolf Bahro Archiv führt, wird im Jahr 2015 mit Veranstaltungen seines Schaffens gedacht.

Hingehen!
Mittwoch, 16. September 2015,
LebensGut Pommritz.
Auftaktveranstaltung zum Bahro-Gedenken im Zuge der Woche des bedingungslosen Grundeinkommens.

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  • Quelle: red
  • Zuletzt geändert am 17.07.2015 - 07:22 Uhr
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