Bautzen 2030: CDU will "Krone" erhalten

Bautzen 2030: CDU will "Krone" erhaltenBautzen / Budyšin, 14. Juni 2017. Mit wichtigen Themen der Bautzener Stadtentwicklung haben sich die Mitglieder des CDU-Stadtverbandes Bautzen auf ihrer jüngsten Mitgliederversammlung beschäftigt: Es ging um die weitere Entwicklung des Lauenareals, die Zukunft der Stadthalle "Krone", neue Ideen für eine grüne Stadt sowie weitere Aspekte.
Abblidung: Über die Altstadthäuser ragt der Rathausturm. Hier sitzt Oberbürgermeister Alexander Ahrens, der in die SPD eingetreten ist.

CDU-Stadtverband diskutierte Stadtentwicklung

CDU-Stadtverband diskutierte Stadtentwicklung

Bautzen ist nicht nur touristisch, sondern auch wirtschaftlich ein interessanter Standort.

  • "Krone": kein Abriss!

    Bei der Stadthalle "Krone" sprachen sich die CDU-Mitglieder deutlich gegen einen Abriss und auch gegen eine Nutzung als Altenheim aus. Die Position der CDU-Stadtratsfraktion, einen Erwerb des zum Verkauf stehenden Gebäudes mit anliegendem Parkplatz durch die stadteigene Wohnungsbaugesellschaft ergebnisoffen zu prüfen, wurde unterstützt.

    Die "Krone" solle auch fürderhin als Veranstaltungsort fungieren, auch alternative Betreibermodelle müssten geprüft werden. Der vorhandene Parkplatz sollte als Idealvorstellung zum Parkhaus weiterentwickelt werden. Wichtig sei, dass Parkplatz und Stadthalle nicht einzeln verkauft, sondern aus einer Hand entwickelt würden.

  • Lauenareal

    Zum "Wie weiter?" für des größtenteils brachliegende Lauenareal wurden gleich mehrere Ideen diskutiert. Grundsätzlich sei ein moderner Mix aus allgemeiner Wohnnutzung und seniorengerechtem Wohnen denkbar. Auch die Ansiedlung der Kreismusikschule und die Errichtung
    eines Vereinshauses sollten geprüft werden. Mit einer Tiefgarage auf dem Grundstück könnte das bestehende Parkplatzproblem in der Innenstadt abgemildert werden.

  • Grüne Stadt

    Als Ideen für eine grüne Stadt wurde vorgeschlagen, gemeinsam mit engagierten Bürgern ein städtisches Grünkonzept zu erarbeiten. Dieses soll auch moderne Formen wie Urban Farming einbeziehen, bei dem Einwohner auf dafür bereitgestellten Flächen Gemüse anbauen
    können.

    Für künftige Straßenbaumaßnahmen wurde gefordert, den Naturverlust durch gefällte Bäume mit Ersatzpflanzungen auszugleichen, die im gleichen Quartier, mindestens jedoch im Stadtgebiet vorgenommen werden.

  • Wirtschaftsentwicklung

    Auch über neue Wirtschaftsansiedlungen wurde gesprochen. Angemerkt wurde, dass größere Unternehmensansiedlungen in jüngerer Zeit vor allem im Osten und Westen von Ostsachsen stattfinden und Bautzen in diesem Punkt wohll zu wenig vorzuweisen hat. Hier sei eine deutlichere Stärkung der Wirtschaftsförderung mit Schwerpunkt auf das Ansiedlungsmanagement notwendig.

  • Wohnen

    Ein Thema war auch der verfügbare Wohnraum. Derzeit gebe es zwar noch einige wenige Wohnbaustandorte privater Unternehmen, diese seien jedoch nahezu ausverkauft. Deshalb sei es dringend erforderlich, dass die Stadtverwaltung gemeinsam mit dem Stadtrat eine Wohnstrategie für mindestens die kommenden zehn Jahre vorlege.

    In diesem Punkt sei es bedauerlich, dass das vor einigen Jahren auf Initiative der CDU-Fraktion erarbeitete Wohnkonzept der Stadt Bautzen in der Schublade versauere. Dieses müsse nun schnellstens zu einem Handlungskonzept weiterentwickelt werden, um drohende Engpässe auf dem Wohnungsmarkt und eine Abwanderung in die Peripherie von Bautzen zu vermeiden, wie sie sich bereits jetzt abzeichne.

  • Schulen

    Kritisch sehen die Mitglieder des CDU-Stadtverbandes den vorgesehenen Grundschul-Standort an der Löbauer Straße. Sie fordern Alternativen, die auch die tatsächlichen Wachstumspotenziale einzelner Stadtteile berücksichtigten, so beispielsweise die Erweiterung des Schulstandortes in der Daimlerstraße oder die Nutzung des alten Schlachthofgeländes.

    Auch der Ansatz der Stadtverwaltung, die bestehenden Grundschulbezirke aufzulösen, wurde kritisiert. Die Tatsache, dass nicht alle Bautzener Kinder die gleichen Wahlrechte haben sollen, könne nicht akzeptziert werden, hieß es mit Blick auf die Vorstellungen der Stadtverwaltung, die Schüler aus den ländlichen Ortschaften weiterhin ohne Wahlrecht in die Grundschule Göda zu senden.

    Die Bautzener Schulen spielten zudem in Bezug auf die Verkehrssicherheit eine Rolle. Hier, so die Forderung der CDUler, sollte ein städtisches Sicherheits-Audit angestrebt werden, das auch weitere soziale Einrichtungen wie Altenpflegeheime und Kindergärten einbezieht. Die Untersuchung solle aufzeigen, an welchen Stellen konkrete Maßnahmen wie Verkehrsinsel, Zebrastreifen oder Geschwindigkeitsdisplays eine Entschärfung der Verkehrssituation bringen könnten.

Neben der Diskussion zur Stadtentwicklung in Bautzen wurde auf der Mitgliederversammlung ein weiteres Vorstandsmitglied für den Stadtverband gewählt: Die Bautzenerin Anke Knaak wird nun das bisher zehn Personen zählende Gremium komplettieren.

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  • Quelle: red | Foto mit Rathausturm: myimmo, Foto Türme: prochazkanrkladno / Václav Procházka, beide pixabay und Lizenz CC0 Public Domain
  • Zuletzt geändert am 14.06.2017 - 11:05 Uhr
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