Grußwort des Oberbürgermeisters zum Jahreswechsel 2012/2013

Grußwort des Oberbürgermeisters zum Jahreswechsel 2012/2013Bautzen / Budyšín. Mit einem Grußwort zum Jahreswechsel 2012/2013 wendet sich der Bautzener Oberbürgermeister Christian Schramm an die Einwohner der Stadt. Nach einem Jahresrückblick jommt er zum Fazit: "Bautzen ist heute so lebendig, weil wir uns auf unsere Wurzeln und Werte besonnen haben und uns trotzdem nicht den Anforderungen des Hier und Heute versperrten."

Schramm: "Mitdenken wird zentrales Thema sein."

Liebe Bürgerinnen und Bürger,
lube Budyšanki, luby Budyšenjo,

der Blick auf den Wandkalender zeigt die letzte von 12 wunderbaren Stadtansichten, auf denen sich Bautzen von seiner schönsten Seite zeigt. Zugegeben, mancher Blickwinkel ist nicht wirklich neu. Doch jedes Bild macht ein Stück stolz und ich glaube, dass es allen Bautzenerinnen und Bautzenern so geht, denen ihre Stadt am Herzen liegt.

2012 war ein interessantes Jahr. Es hatte Höhepunkte, die nicht nur regionale Beachtung fanden. Die Märzansicht zeigt den Frühling und dass die Bäume unterhalb der Alten Wasserkunst blühen. Die Vorbereitungen auf das Osterfest liefen auf Hochtouren, Tausende bestaunten das Treiben beim Sorbischen Ostereiermarkt und standen im April an der Prozessionsstrecke der Osterreiter. Bautzen ist untrennbar mit den sorbischen Bräuchen und Traditionen verbunden. Folgerichtig sind die Osterreiter auch das Aprilmotiv auf meinem Kalender.

Im Mai, mein Kalenderblatt zeigt gerade den Transport einer Straßenbahn vor der Kulisse der Ortenburg, boten Menschen dieser Stadt dem rechtsorientierten Denken die Stirn und demonstrierten auf dem Kornmarkt, wie die Menschen hier wirklich sind – das Bautzen bunt ist. Davon überzeugten sich wenige Tage später Gäste aus mehreren Nationen. Wir waren Austragungsort einer Kegelweltmeisterschaft. Solche Veranstaltungen können nicht viele Städte vorweisen. Der Initiative Bautzener Kegelsportler sei Dank, der Wettstreit war erfolgreich und die Gäste fühlten sich wohl. Noch bunter zeigte sich Bautzen bei der Europiada, einer gefeierten Fußball-Europameisterschaft nationaler Minderheiten. Wie ein Sinnbild wirkt da die Friedensbrücke in meinem Kalender – einladend, verbindend.

Im Sommer, der klassischen Ferien- und Reisezeit, zeigte sich Bautzen wieder weltoffen. Gäste kamen aus Katar, um hier Fußball zu spielen. Andere reisten aus Brasilien an, um auf kultureller Ebene Kontakte zu knüpfen. Auch der Saurierpark auf dem Kalenderblatt hatte zur Ferienzeit Hochsaison. Doch der Sommer zeigte sich auch von seiner anderen Seite: Starkregen machte nicht nur den Menschen in der Seidau zu schaffen - Erinnerungen an die letzten Jahre wurden wach.

Bleiben wir beim Wetter: Nebel und trübe Stimmung kennzeichnen eigentlich den November, zwei Lichtblicke möchte ich aber an dieser Stelle benennen. Das Steinhaus hat uns mehr oder weniger das ganze Jahr lang beschäftigt. Erst zog der Verein in sein Übergangsdomizil, dann beschloss der Stadtrat die ersten Vergaben für die Sanierung. Parallel wurde die alte Bürgerschule am Wendischen Graben fit gemacht für die Kinder- und Jugendbibliothek und im November hatten die Mädchen und Jungen ihren großen Augenblick und konnten die neuen hellen Räume neben dem Reichenturm beziehen.

Bücher spielen auch bei einem weiteren Ereignis im November eine wichtige Rolle. Nach 150 Jahren kehrt die Chronik des Bautzener Bürgers und Kupferschmieds Karl Friedrich Techell, der zwischen 1818 und 1845 sein Wissen zu Papier brachte. Die 14 Bände seiner Chronik enthalten regionale und überregionale Informationen, die bis in das Jahr 800 zurück reichen und mit detailreichen Illustrationen versehen sind. Mit Hilfe der Volksbank konnte sie erworben, restauriert, digitalisiert und für Geschichtsfreunde nutzbar gemacht werden. Die Odyssee der Tagebücher endete nun, ganz nach dem Willen ihres Verfassers, im Bautzener Archivverbund. Dieser Moment der Übergabe war ein Glücksfall für jeden Bautzener Geschichtsfreund. Wer weiß, vielleicht müssen wir Teile der Bautzener Geschichte demnächst umschreiben?

Winterlich zeigt sich das Kalenderblatt für die letzten Tage dieses Jahres und es ließen sich immer noch viele Höhepunkte benennen. Einen erleben wir gerade - den Bautzener Wenzelsmarkt.

Im nächsten Jahr werde ich einen ganz besonderen Kalender in meinem Büro hängen haben. Er trägt den Titel „Lebendig, wo man Neues schafft und Altes erhält“ und zeigt Fotos, die zwischen 1992 und 2012 entstanden. Es ist ein Rückblick auf 20 Jahre Stadtsanierung. Als ich ihn zum ersten Mal in der Hand hielt, musste ich bei einigen Motiven kurz nachdenken: Wo wurde diese Aufnahme gemacht und wie sieht es dort heute aus? Dann kamen bei mir die Erinnerungen auf, welche Geschichten und Veränderungen wir in den vergangenen 20 Jahren gemeinsam erlebt und durchgestanden haben. Bautzen ist heute so lebendig, weil wir uns auf unsere Wurzeln und Werte besonnen haben und uns trotzdem nicht den Anforderungen des Hier und Heute versperrten. Die richtige Balance ist dabei nicht immer leicht zu finden. Mein neuer Kalender macht deutlich, dass es manchmal zukunftsweisende Entscheidungen braucht, die von Bürgerinnen und Bürgern zu Recht diskutiert und hinterfragt werden. Mitdenken wird auch im kommenden Jahr ein zentrales Thema sein. Wir wollen wieder neue Vorhaben diskutieren, Lösungen finden und Zukunft gestalten. Es wird dabei um Verkehrsfragen, Kindergärten und Energiethemen gehen - jedes für sich eine große Herausforderung. Ich wünsche mir und Ihnen, dass wir den Weg weiter gemeinsam gehen.

Genießen Sie gemeinsam mit Ihren Angehörigen und Freunden die Zeit im Advent. Ich wünsche Ihnen ein frohes Weihnachtsfest und ein erfolgreiches Jahr 2013. Vergessen Sie nicht, ihren neuen Bautzen-Kalender aufzuhängen!

Ihr Christian Schramm

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  • Quelle: red | Foto: Stadtverwaltung Bautzen
  • Zuletzt geändert am 29.12.2012 - 02:12 Uhr
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