Was leistet eine Kfz-Haftpflichtversicherung?

Was leistet eine Kfz-Haftpflichtversicherung?Bautzen / Budyšin, 11. Januar 2017. Wer ein neues oder gebrauchtes Auto übernimmt und den Wagen auf seinen Namen anmelden möchte, muss einen Nachweis über die Versicherung des Fahrzeugs vorlegen. Vom Gesetz her wird zumindest eine Haftpflichtversicherung verlangt, die eine Deckungssumme von 7,5 Millionen Euro bei Personen und 1,22 Millionen Euro bei Sachschäden aufweist. Dieser Wert klingt zwar hoch, ist aber rasch aufgebraucht, sollte es zu einem schweren Unfall kommen, den der Versicherte verursacht.
Abbildung: Schon ein typischer Parkplatzrempler kann beim Geschädigten Instandsetzungskosten von mehreren tausend Euro verursachen. Obwohl der Verursacher dann in seiner Prämie hochgestuft wird (geringere Schadensfreiheitsklasse), bewahrt ihn die Haftpflichtversicherung vor unerwarteten hohen Kostenforderungen.

Was ist inkludiert?

Eine Haftpflicht Versicherung für Auto deckt nur die Schäden am Fahrzeug des Unfallgegners ab. Voraussetzung dafür ist, dass der Versicherte den Unfall verursacht hat. Dabei ist es egal, ob der Policeninhaber oder eine andere Person den Wagen lenkt.

Folgende Kosten sind gedeckt, die bei einem Crash am Wagen des Unfallgegners entstehen können:

  • Abschleppkosten
  • Reparatur
  • Nutzungsausfall bei groben Schäden
  • Kosten für einen Mietwagen
  • Gutachterkosten
  • bei Totalschaden: Wiederbeschaffungswert
  • Wertminderung

Außerdem sind auch reine Sachschäden gedeckt, wenn man zum Beispiel bei einem Unfall den Wagen in ein Haus steuert und am Gebäude etwas kaputt geht. Sind Personen verletzt, kommt die Kfz-Haftpflichtversicherung für Behandlungskosten auf, die nicht von der Krankenkasse des Unfallgegners übernommen werden. Auch Schmerzensgeld und eine Rente bei Erwerbsminderung werden von der Versicherung ausbezahlt.

Faktoren für die Prämienberechnung

Innerhalb von Deutschland zahlen Versicherungsnehmer für ein und dasselbe Automodell unterschiedliche Prämien. Das liegt an der sogenannten Regionalklasse. Wer ein Fahrzeug versichern möchte und in einer verkehrsreichen Gegend mit hohem Unfallrisiko lebt, muss tiefer in die Tasche greifen. Genauso verhält es sich bei der Typklasse: Statistiken belegen, dass bestimmt Automodelle besonders oft in Unfälle verwickelt sind. Für diese Typen zahlt ein Versicherter mehr als für Fahrzeuge, die als besonders sicher gelten.

Außerdem beeinflusst die Art der Unterbringung die Kosten. Garagennutzer profitieren von besonders günstigen Prämien. Wer schon lange keinen Unfall verursacht hat, befindet sich in einer guten Schadensfreiheitsklasse und zahlt somit weniger. Meistens wird vor Versicherungsabschluss darüber hinaus gefragt, ob man alleiniger Nutzer des Wagens ist und wie viele Kilometer pro Jahr zurückgelegt werden.

Wer zahlt für die KFZ Haftpflicht am meisten, wer am wenigsten?

Fahranfänger werden als besonders hohes Risiko eingestuft, in den ersten Jahren muss man demnach mit höheren Prämien rechnen. Auch wenn man auf monatlicher Zahlung per Überweisung besteht, kommt die Versicherung teurer als wenn man jährlich zahlt und einem Bankeinzug zustimmt.

Familienväter und -mütter werden meist besser eingestuft, weil sie als weniger risikofreudig gelten. Außerdem gibt es bei manchen Anbietern für spezielle Berufsgruppen wie beispielsweise für Beamte Rabatte. Die Prämie kann auch reduziert werden, wenn man einem Selbstbehalt zustimmt.

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  • Quelle: red | Foto: © Görlitzer Anzeiger
  • Zuletzt geändert am 11.01.2018 - 17:03 Uhr
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