Bautzen kassiert drastisch weniger für Knöllchen

Bautzen kassiert drastisch weniger für KnöllchenBautzen / Budyšin, 8. Januar 2016. Für Falschparker in Bautzen steigen die Chancen, nicht erwischt zu werden - zumindest im Jahr 2015 war das so. Die deutlich gesunkenen Einnahmen aus dem Knöllchen-Geschäft haben in der Tat nichts mit einer - wie auch - höheren Straßenverkehrsordnungs-Treue der Kraftfahrer zu tun. Im Jahr 2015 hat das Ordnungsamt Bautzen insgesamt 12.904 Knöllchen "verordnet", also Verwarnungen wegen Verstößen gegen die Regeln im ruhenden Straßenverkehr ausgesprochen. Im Vorjahr waren es immerhin noch 17.627.

Ordnungsamt muss in der Verwaltung den Springer machen

Ordnungsamt muss in der Verwaltung den Springer machen

Nein! In Bautzen würde sich nicht einmal ein notorischer Falschparker diese nonchalante Variante des Abstellens erlauben!

Der heftige Rückgang der beliebten Hinweise unter dem Scheibenwischer lässt sich jedoch nicht mit einem disziplinierteren Verhalten der Verkehrsteilnehmer begründen - nein, vielmehr geriet die Leistungsfähigkeit der Behörde an ihre Grenzen, weil die Ordnungsamtler und -amtlerinnen teils für andere Verwaltungsarbeiten eingesetzt werden mussten.

Vor diesem Hintergrund sanken die Einnahmen aus der Knöllchen-Verteilung gegenüber 2014 von 302.891 auf 227.000 Euro. Wer's nachrechnet findet heraus, dass sich dabei der durchschnittliche Wert eine Knöllchens binnen eines Jahres von 17,18 Euro auf 17,59 Euro erhöht hat - eine Steigerung um moderate rund 2,37 Prozent.

Kommentar:

Es gleicht dem alten Katz'-und-Maus-Spiel: Klar muss die Stadt gegen Falschparker vorgehen, sonst wäre das Chaos programmiert. Und klar kennt jeder die Situation, einen wichtigen Termin wahrnehmen zu müssen, aber partout keine (legalen) Abstellfläche für sein Fahrzeug zu finden. Hinzu kommt, dass die meisten von uns längst so bequem geworden sind, dass sie Anspruch erheben, jeden Ort mit dem eigenen Kfz erreichen zu können.

Mein persönlicher Tipp (ADFC aufgehorcht!):
Wann und wo es immer geht, nehmen sie mal wieder den guten alten Drahtesel. Der kostet weder Spritgeld noch Steuern, belastet nicht die Umwelt und lässt sich viel viel einfacher abstellen als das Motorgefährt.

Meine Erfahrung (welch passendes Wort!):
Entfernungen bis zehn Kilometer sind mit geringster Übung kein Problem und genau so schnell zu überwinden wie mit einem Pkw, Garagenausfahrt und Parkplatzsuche eingerechnet. Bei wem's der Geldbeutel hergibt, der kann mit einem Pedelec Reichweite und Tempo enorm erhöhen.

Ah ja, als radfahrender Kraftfahrer kann man zudem wunderbar Vorbild sein für jene Radfahrer, die Kraftfahrer wie auch Fußgänger zu ihren Feinden auserkoren haben und durch den Straßenverkehr schießen wie wildgewordene Billardkugeln.

Nur ein kraftfahrender Radfahrer ist ein guter Radfahrer, wenn Sie verstehen, was ich meine,

Ihr Fritz R. Stänker

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Kommentare Lesermeinungen (1)
Lesermeinungen geben nicht unbedingt die Auffassung der Redaktion, sondern die persönliche Auffassung der Verfasser wieder. Die Redaktion behält sich das Recht zu sinnwahrender Kürzung vor.

Bravo!

Von Martin Ritscher am 08.01.2016 - 07:44Uhr
Vielen Dank Herr Stänker für die "Schützenhilfe"!
:-)
Das genau meinen wir auch. Und immer mehr Bautzener scheinen ebenso zu denken.

Viele Grüße vom ADFC Bautzen!

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  • Quelle: red | Kommentar: Fritz Rudolph Stänker | Abbildung Schild: WikimediaImages, Foto rotes Auto: GWPorter, beide pixabay und Lizenz CC0 Public Domain
  • Zuletzt geändert am 08.01.2016 - 00:21 Uhr
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