Spreebrücke wird mit Laser angedeutet - aber nicht zu Ostern

Spreebrücke wird mit Laser angedeutet - aber nicht zu OsternBautzen / Budyšin, 21. März 2018. Seit Monaten wird in der Spreestadt diskutiert, ob es zwischen dem Parkplatz an der Schliebenstraße, der vor allem von Touristen genutzt wird und an dem auch Wohnmobile parken, und der Ortenburg eine Fußgängerbrücke über dden Fluss geben soll. Die Stadträte und die politische Führung um Oberbürgermeister Alexander Ahrens (SPD) haben sich bereits klar für das Projekt positioniert, von dem es allerdings bisher nur einige technische Zeichnungen und Modelle als Ergebnis einer studentischen Arbeit der TU Dresden gibt.

Karsonnabend bleibt laserfrei

Karsonnabend bleibt laserfrei

Ein Spaziergang auf dem Osterweg unterhalb der Ortenburg

Schon hat sich die Stadtverwaltung bemüht, erste Grundstücke für das Vorhaben zu erwerben. Eine tatsächliche Machbarkeitsstudie sowie mehrere archäologische und naturschutzrelevante Untersuchungen stehen - wie viele andere Stellungnahmen - jedoch noch aus. Auch Überlegungen zur Gestaltung der Freiflächen an der Schliebenstraße, etwa im Sinne einer Bürgerwiese für Veranstaltungen, sind derzeit nur im Ideenstadium. Einigkeit besteht aber darin, dass die neue Fußgängerbrücke so verlaufen soll, dass der Blick aus Richtung Protschenberg auf die historische Altstadt so wenig wie möglich beeinträchtigt wird.

Auf die Initiative einiger Stadträten hin sollte nun mit einem Laserstrahl der mögliche Brückenverlauf während der Nacht über der Spree projiziert werden. Der dafür vorgesehene Termin am Karsonnabend stieß allerdings bei der Stadt und den Bautzener Kirchgemeinden auf Kritik: Der Tag sei der Totenruhe vorbehalten und sollte weniger touristische oder ähnliche Veranstaltungen im Blick haben. Diese Situation ist Oberbürgermeister Alexander Ahrens durchaus bewusst und daher erteilte er dem Vorhaben an diesem Tag zunächst eine Absage.

Nach Gesprächen mit Kirchenleuten und rückte der Oberbürgermeister heute in einem Gespräch mit den Initiatoren von seiner klaren Absage ab – zu groß sei das Interesse an dem Brückenprojekt und die Laserprojektion an einem anderen Tag nicht so wirksam wie am Osterwochenende, an dem viele Besucher in der Stadt sind. Allerdings stellte Oberbürgermeister Ahrens auch klare Bedingungen, wonach sich die Veranstaltung ausschließlich auf die Lasersimulation beschränken soll – alle begleitenden Initiativen wie beispielsweise ein Getränkeverkauf dürfen demnach aus Rücksicht auf die kirchliche Tradition nicht stattfinden.

Die Antwort der Stadträte Karl-Hein Lehman (BBBZ) und Mike Hauschild (FDP) war jedoch eindeutig: Zu spät! Alle avisierten Verträge seien gekündigt, Angebote für Sponsorenleistungen abschlägig beschieden. Der Karsonnabend wird also ohne Brückenprojizierung vorübergehen.

Die Stadträte wie auch die Verwaltung halten jedoch an dem Laservorhaben fest und suchen gemeinsam nach einem neuen Termin.


Kommentar:

Das ist die Krux der Volksvertreter, vor allem aber eines Stadtoberhauptes: Allen Menschen recht getan ist einen Kunst, die niemand kann.

Tröstlich ist – passend zur Karzeit – dass das Brückenprojekt an der ausgefallenen Lasersimulation keinen Schaden nehmen wird. Die schnelle Gehwegverbindung zur Burg macht Sinn und wird neue Sichten eröffnen. Überhaupt: Was gibt es schöneres, als sich einen Tag Zeit zu nehmen und Bautzen zu Fuß zu erkunden? Die Stadt bietet faszinierende stille Winkel außerhalb des Touristenstroms, der nur schnell die Hauptsehenswürdigkeiten abhaken will.

Am besten ist, man plant ein-zwei Übernachtungen ein und genießt es, wie die Zeit ein langes Wochenende lang langsamer vergeht,

meint Ihr Thomas Beier

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  • Quelle: red | Kommentar: Thomas Beier | Fotos: © Bautzner Anzeiger
  • Zuletzt geändert am 20.03.2018 - 20:41 Uhr
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