Bautzen vervollständigt Fußgängerleitsystem

Bautzen vervollständigt FußgängerleitsystemBautzen / Budyšin, 26. März 2018. In der Stadt Bautzen weisen seit vielen Jahren Emaille-Schilder mit blauer Schrift auf weißem Grund Fußgängern den Weg zu den Museen, Türmen und anderen Sehenswürdigkeiten. Inzwischen ist das System in die Jahre gekommen und für Ortsfremde nicht ausreichend. Schon seit dem Jahr 2010 wird das Beschilderungssystem in Bautzen grundsätzlich modernisiert. So gibt es neue Begrüßungstafeln an den Ortseingängen, der Geschichtspfad und der neu entwickelte Musikpfad haben inzwischen eine sehr hohe inhaltliche und optische Qualität.

Per pedes nun zielgenauer durch die Stadt

Per pedes nun zielgenauer durch die Stadt

Oberbürgermeister Alexander Ahrens (rechts) im Gespräch mit Gestalter Ralf Reimann (links) und dem Projektverantwortlichen André Wucht, Leiter des Amtes für Pressearbeit und Stadtmarketing

Das Amt für Pressearbeit und Stadtmarketing und die Tourist-Information Bautzen-Budyšin hatten das Fußgängerleitsystem der Spreestadt näher betrachtet und enorme Defizite festgestellt. Anhand der Schilder fand ein ankommender Ortsfremder kaum sein Ziel, den Weg zurück wohl auch nicht. Manche Ziele sind im System erst gar nicht enthalten, eine Beschriftung in sorbischer Sprache nicht möglich. Die Analyse wichtiger und immer wieder gefragter Ziele ergab eine solche Vielfalt, dass eine schlichte Ergänzung des bestehenden Systems ausgeschlossen werden musste. "Wir wollten auf engem Raum möglichst viele Ziele und eine gute innerstädtische Orientierung unterbringen. Das war eine große Herausforderung, die wir aber gut gemeistert haben", erläuterte André Wucht, Leiter des Amtes für Pressearbeit und Stadtmarketing der Stadt Bautzen.

Die Bautzener Lösung lehnte sich an die genannten Systeme an und kommt recht elegant daher: Zwei Meter hohe und nur 30 Zentimeter schlanke Stelen aus Aluminium, die mit graffitisicheren Informationsfolien beklebt sind. Darin enthalten sind oben das blaue Logo der Stadt auf hellem Gelb und der Slogan "Viele Türme. Gute Aussicht." auf orangenem Schriftbalken. Darunter, quasi in Augenhöhe, befindet sich der Auszug einer Innenstadtkarte, in die der aktuelle Standort eingezeichnet ist. Dann folgen bis zu zehn Ziele in deutscher und sorbischer Sprache mit entsprechenden Richtungsangaben.

Das neue Fußgängerleitsystem beginnt an jenen Stellen, an denen die Stadtbesucher in Bautzen meist ankommen – beispielsweise am Bahnhof oder an den Parkplätzen Schliebenstraße und auf dem Schützenplatz. Einige Piktogramme erleichtern die Orientierung zusätzlich. Im unteren Bereich der Stelen ist ebenfalls zweisprachig, aber bedeutend größer der Name des Standortes zu lesen. Die Schilder werden fast ausnahmslos beidseitig genutzt und zeigen so auch den Weg zum Ausgangspunkt zurück.

System nun komplett

2015 wurden die ersten fünf Stelen offiziell eingeweiht, 2016 konnte das System um zehn weitere Stelen erweitert werden. 2017 begannen die Verantwortlichen gemeinsam mit der Abteilung Denkmalschutz des Landkreises Bautzen und dem Gestalter Ralf Reimann, die letzten Standorte des gesamten Systems festzulegen. Sie befinden sich in unmittelbarer Nähe des Stadtzentrums und stehen auf dem Theatervorplatz, am Lauengraben, an der Westseite des Kornmarkt-Centers, in der Heringstraße an der Treppenanlage zum Michaeliskirchhof, auf dem Burgplatz, in der Schloßstraße, am Schülerturm, unterhalb der Nicolaistufen sowie auf dem Fleischmarkt und auf dem Hauptmarkt, letztere direkt vor der Tourist-Information Bautzen-Budyšin.

Gerade noch rechtzeitig vor dem Osterfest stellten Mitarbeiter der Apoldaer Meta-Werbung GmbH am 26. März 2018 die restlichen zehn Stelen auf. "Je mehr wir das System in Richtung Innenstadt erweitert haben, umso komplizierter wurde der Einbau", erklärt Wucht, der das System federführend entwickelt hat. Der Grund: "Die Stelen sind mit Fundamenten versehen, für die in der Enge der Innenstadt zwischen Leitungen und Kanälen kaum noch Platz zu finden war."

Oberbürgermeister Alexander Ahrens freut sich über den neuen touristischen Service: "Vor einer Woche ging Bautzen mit der neuen Website an den Start. Eine wesentliche Neuerung ist die Nutzung mit mobilen Medien. Doch trotz zunehmender Orientierung über moderne Elektronik bleibt ein solches Offline-Leitsystem unverzichtbar. Es ist aber auch nur dann hilfreich, wenn es konsequent umgesetzt ist und das haben wir in Bautzen nun geschafft."

Die 25 Stelen braucht das System, um als solches zu funktionieren und sinnvoll vernetzt auf 40 zu Fuß erreichbare Ziele in der Stadt hinzuweisen. Insgesamt gibt es auf den Stelen 375 Hinweise auf Ziele und den Wege dorthin. Oberbürgermeister Ahrens: "Dass sich unsere wunderbare Stadt sehen lassen kann liegt auf der Hand. Das Fußgängerleitsystem macht es Besuchern nun noch leichter, die Schönheiten zielgerichtet aufzusuchen."

Nicht ganz billig, aber erweiterbar und flexibel

Die Stadt Bautzen hat für den neuen Service viel Geld in die Hand genommen. Die hochwertigen Stelen kosten einschließlich Gestaltung, Herstellung und Einbau etwa 1.100 Euro pro Stück. Darum war es notwendig, die Aufstellung in insgesamt drei Abschnitte zu unterteilen. Mit dem Einbau der letzten Stelen ist das System komplett. Ergänzungen sind aber durchaus denkbar, beispielsweise nach Abschluss der Bahnhofssanierung. Das System lässt auch relativ einfach Veränderungen zu, da die Aluminiumstelen mit einer speziellen Folie beklebt sind. Die kann im Bedarfsfall abgelöst und ausgetauscht werden.

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  • Quelle: red | Fotos: Laura Ziegler, Stadtverwaltung Bautzen
  • Zuletzt geändert am 26.03.2018 - 14:19 Uhr
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