Inkasso – besser als sein Ruf!

Inkasso – besser als sein Ruf!Bautzen / Budyšin, 17. Februar 2016. Wer an Inkasso denkt, hat meistens Bildern von finster dreinblickenden Männern vor Augen, die ungefragt Hausbesuche bei unverschuldet in Not geratenen Menschen vornehmen. Glücklicherweise sieht die Realität in Deutschland anders aus. Der Einzug fremder Forderungen ist nach dem Rechtsdienstleistungsgesetz (RDG) erlaubnispflichtig und muss von der zuständigen Behörde genehmigt werden, so dass es für schwarze Schafe schwer ist, sich hier einzuschmuggeln. Im gesamten bundesdeutschen Inkassowesen sind etwa 15.000 Mitarbeiter beschäftigt. Ein seriöses Unternehmen in dieser Branche erkennt man oft daran, dass es ein Risiko- und TÜV-geprüftes Forderungsmanagement hat und Mitglied im Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen ist.
Abbildung: Wenn sich Berge unbezahlter Rechnungen auftürmen, geht die fehlende Liquidität Unternehmen schnell an die Substanz. Außerdem ist der Aufwand für das Eintreiben offener Forderungen enorm. Spezialisierte Dienstleister sind mit ihrer Expertise meist effizienter.

Schwarze Schafe und weiße Lämmer

Auch ist nicht jeder Bürger, der von einem Inkasso-Unternehmen kontaktiert wird, ein Unschuldslamm. Manche Bürger bestellen Konsumgüter, ohne sich Gedanken über deren Bezahlung zu machen. Die jährlichen Einzelforderungen gehen in die Millionen. Als Vertragspartner der SCHUFA und anderen Auskunfteien dürfen sich Inkasso-Unternehmen über die Finanzkraft potenzieller Kunden ein Bild machen. Eventuell kann hier der Unternehmer schon im Vorfeld die Entscheidung fällen, auf einen vermeintlich lukrativen Deal zu verzichten. Auch gewerbsmäßiger Betrug kann seriöse Geschäftsleute an den Rand des Ruins oder darüber hinaus bringen. Im Bereich E-Commerce können Schnittstellenanbindungen an Shop-Systeme seriöse Geschäftsleute vor Schaden bewahren. Durch den Internet-Handel ist die Schwelle zum Betrug niedriger geworden, da man seine Geschäftspartner nicht mehr persönlich kennt.

Vertrauenswürdige Inkasso-Unternehmen wie beispielsweise Mediafinanz können bereits bei einem Verdacht im Vorfeld mit Adress- oder Bonitätsauskünften einen Beitrag zur Betrugsprävention leisten. Wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist, gibt es die Möglichkeit für den Geschädigten, das Inkassounternehmen zu beauftragen, im eigenen Namen die Zahlung zu verlangen oder die Forderung komplett abzutreten. Die Vergütung für diese Dienstleistung ist frei verhandelbar. Üblicherweise orientieren sich Inkassounternehmen bis zum Gerichtstermin an dem gestaffelten Vergütungssystem für Anwälte oder es wird eine Pauschalpreis für den gesamten Vorgang vereinbart.

Kommt es zu einer Einigung zwischen den ursprünglichen Vertragsparteien, kann das Inkassounternehmen eine Vergleichsvergütung vereinbaren. Gelegentlich werden auch Einzelleistungen oder Kombinationen mit einer Erfolgsvergütung honoriert. Wenn der Fall vor dem Kadi verhandelt wird mit dem Ziel, die Forderung mit einem gerichtlichen Titel zu versehen, wird häufig eine Erfolgsprovision zwischen dem Geschädigten und dem Inkassounternehmen vereinbart. Die Provisionshöhe wird in Abhängigkeit von dem allgemeinen Kostenrisiko sowie den Gerichtskosten und -gebühren untereinander ausgehandelt. Der Aufkauf ganzer Forderungspakete nennt sich Factoring. Bei diesem Geschäftsmodell bekommt der Verkäufer schnell einen Teil seines Geldes und erspart sich den Ärger mit zahlungsunwilligen oder -unfähigen Kunden. Die Grenzen, auf die der Gesetzgeber ein Auge hat, nennen sich "Wucher" oder "sittenwidrig".

Verzwickt wird es im internationalen Handel, wenn unterschiedliche Gesetze, Sprachbarrieren und kulturelle Unterschiede für den Laien eine Hürde darstellen. Hier sollten Gläubiger erfahrene Inkasso-Unternehmen beauftragen, die sich nicht nur auf nationalem, sondern auch auf dem internationalen Parkett bewegen. Im Außenhandel wird häufig ein sogenanntes Dokumenteninkasso als Interessensausgleich vereinbart, bei welchem dem Schuldner Dokumente bei Zahlung oder bei der Akzeptanz von Wechseln ausgehändigt werden. Internationale Inkassounternehmen mahnen und klagen nicht nur in Europa, sondern auch in Asien, Fernost oder dem Rest der Welt.

Die Seriosität eines Inkasso-Unternehmens macht sich daran fest, so wird oft hingewiesen, dass keine Mitgliedschaften, Grundgebühren oder Negativpauschalen von den Kunden verlangt werden. Gute Inkasso-Berater schauen sich jeden Einzelfall genau an und beraten optimal.

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  • Zuletzt geändert am 19.02.2016 - 08:26 Uhr
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