Bautzner Anzeiger

 

Minister im Keller

 

Minister im KellerGorlitz-Zgorzelec. Im Grunde gibt es in Görlitz nur ein einziges Unternehmen, in dem es so richtig offen zugeht: Die Landskron-Brauerei, in deren Kellern noch immer nach den Prinzipien einer Manufaktur im offenen Gärverfahren gebraut wird. Sachsens Umwelt- und Landwirtschaftsminister Frank Kupfer ließ es sich bei seinem Besuch am 22. Juli 2010 nicht nehmen, ins Allerheiligste hinabzusteigen.

 

Landskron ist Symbol für Görlitz

 

Landskron ist Symbol für Görlitz
Minister Frank Kupfer, Geschäftsführer und Braumeister Matthias Grall und Geschäftsführerin Katrin Bartsch vor dem feuchten Herz der Landskron-Braumanufaktur, den offenen Gärbottichen. Fotos: Annett Gernhardt

 

Eingeladen hatte dazu der Volker Bandmann, der für die CDU im Landtag sitzt.

Im tiefen Landskron Gewölbekeller ließen sich die Gäste von den Geschäftsführern Katrin Bartsch und Matthias Grall, der zugleich Braumeister ist, erläutern, was sich alles in den 141-jährigen Gebäuden an der Neiße zusammenbraut.

Landskron als Marke stiftet Idendität und strahlt aus

Immerhin hat Landskron Symbolfunktion in Görlitz und in der Lausitz. So ist Landskron wichtiger Arbeitgeber und braut seine berühmte Biermarke in einem produzierenden Industriedenkmal. Die Landskron-Brauerei ist in Deutschland in ihrer Größenordnung mit immerhin 165.000 Hektolitern Jahresproduktion die einzige Bewahrerin der ursprünglichen Braukunst. Im offenen Gärverfahren erfolgt die langsame natürliche Reifung, was den Minister besonders interessierte. Kupfer ließ sich die Abläufe detailliert erläutern.

Mehr als Bier

Landskron hat sich mit seiner KULTurBRAUEREI inzwischen als eine der größten regionalen Eventlocations etabliert. Eine schlauer Schachzug, der die Marke stärkt und der Stadt Görlitz in gewisser Weise einen Ersatz für die geschlossene Stadthalle bietet. Überhaupt sollte Landskron Pflichtstudienobjekt für jeden Marketing-Studenten werden: Die Markenführung ist exzellent.

Top-Frauenquote

Worüber beim Ministerbesuch nicht gesprochen wurde, weil im Hause Landskron selbstverständlich, ist die Frauenquote auf der Top-Management-Ebene. Während deutschlandweit gerade mal 27 Prozent der Führungspositionen von Frauen besetzt sind, schafft die Geschäftsführerriege mit den beiden Geschäftsführerinnen Katrin Bartsch und Heidrun Lohbeck locker eine Frauenquote von 66,6 Prozent! Womit sich der nächste Ministerbesuch ankündigen sollte...


Mehr:
http://www.landskron.de


Kommentar

Also, wäre ich per ordre di populo in den Landtag abkommandiert, würde ich es bei dieser Hitze eine gute Idee finden, einen Betriebsausflug in den kühlen Landskron-Brauereikeller zu machen. Ob das für Landtagsmitglied Bandmann das ausschlaggebende Motiv war, sei dahingestellt, in jedem Falle hat er gut daran getan, den Minister in die Görlitzer Braumanufaktur zu locken. Das ist für alle gut: Die Brauerei, die Stadt und nicht zuletzt für den Minister und den Abgeordneten.

Um sich die Görlitzer Brau-Manufaktur anzugucken muss man übrigens nicht Minister sein, auf der Landskron-Webseite werden unterschiedliche Führungen unter vielversprechenden Namen angeboten.

Angesichts der braven Fotos vom Ministerbesuch bleibt zu hoffen, dass die beiden Landskron-Geschäftsführer ihre Gäste nicht haben dursten lassen.

Aber da ist sich ganz sicher

Ihr alter Pichelbruder Fritz R. Stänker

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  • Quelle: red | Fritz R. Stänker | Fotos: Landskron/Annett Gernhardt | Erstveröffentlichung am 23.07.2010 - 00:51 Uhr
  • Zuletzt geändert am 23.07.2010 - 12:58 Uhr
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