Und - Peng! - war er weg!

Und - Peng! - war er weg!Bautzen / Budyšín. Mit einem Schornstein ist am Mittwoch, dem 1. September 2010, wieder Stück Industriegeschichte aus dem Stadtbild verschwunden - gefördert von der Europäischen Union. Es handelt sich um das auffälligste Zeichen der alten Konsumbäckerei in der Fabrikstraße. Der nun gesprengte Schlot hatte eine Höhe von ungefähr 30 Metern, einen Durchmesser von 3,30 Metern und ein Gewicht von rund 290 Tonnen. Tatsächlich gesprengt wurde aber nur das obere 15-Meter-Stück des Schornsteins. Der übrige Teil war in einem der Fabrikgebäude integriert und wird mit konventioneller Technik abgebrochen. Bereits in den Tagen zuvor hatten sich die Abrissbagger durch das verfallene Gelände gearbeitet und die ersten Gebäude abgerissen. Die Arbeiten sollen im Oktober beendet sein. Für das Jahr 2011 sind Einebnung, Planierung und Rasensaat vorgesehen. Zudem wird das Gelände eingezäunt.

Friedliche Revolution führte Tortenbäckerei ins Aus

Die Bäckerei wurde als Teil der Konsumbäckerei mit der Tortenproduktion und Stollenbäckerei an diesem Standort bis zum Ende der friedlichen Revolution betrieben. Danach wurde die Produktion stillgelegt und es begann der Rückbau der Anlagen.

Die Brachfläche war seit der Aufgabe der Produktion dem Verfall preisgegeben und befand sich nach Jahren von Vandalismus, Plünderungen und Bränden in einem desolaten Zustand. Die Stadt Bautzen hatte das Grundstück im Mai 2010 vom insolventen Eigentümer erworben. Nach dem Abbruch des Zentrallagers und der Sprengung des Schornsteins wird nun das Verwaltungsgebäude abgebrochen. Dafür wird die Fabrikstraße voll gesperrt, nur der gegenüberliegende Gehweg bleibt in dieser Zeit nutzbar.

Durch die Lage im „Stadtentwicklungsgebiet Bautzen-Süd“ können die Arbeiten durch den „Europäischen Fond für regionale Entwicklung“ (EFRE) kofinanziert werden. Die Kosten von rund 570.000 Euro werden zu 75 Prozent aus diesem Programm getragen.


Tipp!
Eine detaillierte Darstellung der Geschichte der Konsumbäckerei und des Bautzener Genossenschaftswesens kann man im Amtsblatt der Stadt Bautzen vom 4. September 2010 nachlesen.

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  • Quelle: red | Foto: Stadtverwaltung Bautzen
  • Zuletzt geändert am 02.09.2010 - 00:41 Uhr
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