Messenger: Muss das sein?

Messenger: Muss das sein?Bautzen / Budyšín, 20. August 2020. Von Reiner Fink. "Du bist ja nicht bei WhatsApp!", so schallte es mir am Telefon vorwurfsvoll entgegen. Für einen Moment war ich sprachlos, dann klärte sich die Sache schnell: Der Anrufer hatte versucht, mich über eine uralte Handynummer zu WhatsAppen, wie man wohl sagt, doch dieses Handy ist ebenso als wie seine Nummer und deshalb kein Smartphone. Es dient nur noch einem Zweck: Es liegt als Notfallhandy im Auto.

Foto: Thomas Ulrich / LoboStudio Hamburg, Pixabay License

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Medienkompetenz am Handy

Dennoch ließ mich dieser Anruf nicht mehr los. Ist es denn heutzutage gesellschaftlicher Standard, ein Smartphone zu besitzen, mit dem man außerdem ständig online zu sein hat? Muss man denn auf allen Messenger-Plattformen, zu denen neben WhatsApp, das zu Facebook gehört, auch der Facebook-Messenger, Telegram, Skype, Threema, Signal, Snapchat und im Grunde auch Instagram und TikTok und etliche mehr zählen, mitspielen? Und wie ist das mit dem Datenschutz, wer kann unter Umständen meine Nachrichten mitlesen?

Will man sich der Antwort auf diese Fragen nähern, sind mehrere Aspekte zu beachten. Zugleich ist klar: Eine endgültige Antwort kann es wohl nicht geben. Woran sollte man jedoch wenigstens denken?

Effizienten Kommunikationsweg wählen

Vielleicht wichtigster Vorteil der Messenger-Dienste neben dem – gegebenenfalls abschaltbaren – Protokoll-Charakter: Der Empfänger einer Nachricht wird nicht direkt gestört, es liegt in seiner Hand, wann er seine eingegangenen Nachrichten checkt und beantwortet. Er muss also nicht wie in einem Gespräch direkt reagieren und kann sich seine Antwort in Ruhe überlegen. Andererseits spielt Neugier mit und meist auch die Erwartung des Absenders, dass binnen einer bestimmten Frist geantwortet wird.

Nachteil: Chatten ist ein Zeitfresser und weil, wenn man von Sprach- oder Videonachrichten absieht, Stimme und Körpersprache fehlen, sind Missverständnisse vorprogrammiert. Es macht halt einen Unterschied, ob man mit lachendem oder finsteren Gesicht sagt: “Wir sollten uns mal treffen!”

Für viele Anliegen ist das Telefonat noch immer der beste, weil schnellste Weg, um Informationen im Dialog zu erlangen oder weiterzugeben. Das gilt vor allem, wenn der Anrufer weiß, dass er den Angerufenen nicht stört. Nachteil des Telefonierens: Hier drohen – wenn auch nicht so häufig – nicht nur Missverständnisse, sondern sondern regelrechte Informationsverluste, wenn der Angerufene nicht konzentriert zuhört oder schnell vergisst. Tatsächlich unterscheidet man bei Menschen die Merkfähigkeit danach, unter welchen Umständen sie sich Informationen am besten merken: Wenn sie es gesehen, wenn sie es gehört oder wenn sie es getan haben? Und für viele Mitmenschen gilt halt: zum einen Ohr rein und zum anderen Ohr wieder raus…

Welcher Messenger-Dienst ist der richtige?

Hier spielen zwei Aspekte eine Rolle: Welche App ist im Freundeskreis verbreitet und, was gern verdrängt wird, der Datenschutz. Während der erste Aspekt meist leicht herauszufinden ist, braucht man zur Beurteilung des Datenschutzes einen Überblick, den selbst zu schaffen wohl recht zeitaufwendig wäre.

Da hilft es, dass die Verbraucherzentrale NRW einen interessanten Vergleich verbreiteter Messenger-Dienste veröffentlicht hat. Die Messenger-Apps wurden nach mehreren Kriterien untersucht, so etwa, ob eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung angeboten wird, ob die Dienste völlig anonym oder sogar anbieterunabhängig, also plattformübergreifend, nutzbar sind.

Last not least: das passende Handy

Mit Handy ist heutzutage zweifellos ein Smartphone gemeint. Die Fälle, in denen jemand ein einfaches Tasten-Handy bevorzugt, sind sehr übersichtlich; oft sind es betagtere Leute.

Wer in die Smartphone-Welt einsteigt, vor dem steht zunächst eine sehr grundsätzliche Frage, nämlich die nach dem Betriebssystem. Zur Wahl stehen hier im Grunde Apples iOS, wie es auf den unterschiedlichen iPhones läuft, und Googles Android, auf das viele Handyhersteller setzen. Einen klaren Rat kann man hier nicht geben, ohne einen Aufschrei der jeweils anderen Fangemeinde zu provozieren, deshalb nur so viel: Für Android als offenem System gibt es eine deutlich größere Auswahl an Software-Applikationen (Apps) – mit allen Vor- und Nachteilen.

Weitere Auswahlkriterien für ein Handy sind meist die Bildschirmgröße und die Kameraqualität, auch Akkulaufzeit, Bildschirmauflösung, ein zweiter SIM-Slot und anderes mehr spielen eine Rolle. Grundsätzlich gut beraten ist, wer auf ein aktuelles Modell setzt.

Ohne einen Handyvertrag allerdings kann selbst das beste Handy seinen Zweck nicht erfüllen. Mancher kauft sein Handy und schließt dann separat einen Vertrag ab, andere lieber nutzen Angebote, bei denen sie ein aktuelles Handy mit Handyvertrag als Gesamtpaket erhalten. Das vermeidet die hohe Einmalausgabe für das Handy, weil sich die Finanzierung auf die monatlichen Raten verteilt, und führt dazu, dass man eher immer wieder ein topaktuelles Handymodell hat, indem man einen neuen Vertrag abschließt.

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  • Quelle: red | Foto: Thomas Ulrich, LoboStudio Hamburg, Pixabay License
  • Erstellt am 20.08.2020 - 13:37Uhr | Zuletzt geändert am 20.08.2020 - 13:55Uhr
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