Diagnose Diabetes: den Körper im Alltag unterstützen

Diagnose Diabetes: den Körper im Alltag unterstützenBautzen / Budyšín, 15. August 2020. Zuerst ist diese Diagnose natürlich ein Schock, denn die Stoffwechselerkrankung Diabetes mellitus ist nicht heilbar. Aber man kann damit gut leben, wenn man seine Ernährung und seine Lebensgewohnheiten daran anpasst – und trotz allem positiv bleibt, denn die Diagnose ist für manchen so sehr belastend, dass sie zu einer depressiven Verstimmung führt. Und das ist dann wiederum Ursache für einen ungesunden Lebenswandel, der sich in einer möglichen Verschlechterung der Krankheit widerspiegelt: Ein Teufelskreislauf, den es zu vermeiden gilt.

Bei Salaten, Mineralwasser und ungesüßtem Tee brauchen sich Diabetiker keine Beschränkungen aufzuerlegen

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Insulin, was macht das eigentlich?

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Insulin wird in der Bauchspeicheldrüse gebildet und regelt neben anderen Stoffwechselvorgängen den Blutzuckerhaushalt. Die Bauchspeicheldrüse produziert neben den Verdauungssäften auch Hormone, die ins Blut abgegeben werden. Im Darm werden die unterschiedlichen Zuckerarten, deren Oberbegriff die Kohlenhydrate sind, wie sie in Getreide, Obst und Gemüse und künstlich hinzugefügt in vielen industriell erzeugten Lebensmitteln in teils hohen Anteilen vorkommen, aufgenommen und zu Glucose umgewandelt. Diese Glucose, ein Einfachzucker, auch Traubenzucker genannt, dient den Muskel- und Fettzellen als "Brennstoff". Um aber von den Zellen genutzt werden zu können, muss die Glucose aus dem Blut in das Innere der Zellen gelangen. Und dafür sorgt das Insulin.

Was den Diabetes ausmacht

Im Grunde ist es stets ein Insulinmangel, der die Bluzuckerwerte ansteigen lässt und dadurch langfristig zu gefürchteten Gefäß- und Nervenschäden führt. Die Gründer für den Insulinmangel sind unterschiedlich, sie können genetisch bedingt sein – dann produziert die Bauchspeicheldrüse kein Insulin mehr – oder Folge der Stoffwechselerkrankung sein: Wird der Blutzucker nicht abgebaut und in den Körperzellen verstoffwechselt, produziert die Bauchspeicheldrüse immer mehr Insulin, bis sie es nicht mehr in ausreichender Menge bereitstellen kann.

Anhand des Krankheitsbildes entscheident der Arzt ob Insulin, wovon es unterschiedliche Wirkungstypen gibt, gespritzt werden muss, die Tätigkeit der Bauspeicheldrüse angeregt werden oder der Stoffwechsel auf andere Weise verändert werden soll. Hinzu kommt regelmäßig eine Diät und die Aufforderung, sich körperlich zu betätigen und Sport zu treiben.

Was man bei Diabetes tun kann

Sehr viel – die Ärzte, als Fachärzte Diabetologen genannt, raten unabhängig von weiteren Therapiemaßnahmen wie gesagt dazu, sich viel zu bewegen und damit wie auch durch angepasste Ernährung Übergewicht zu vermeiden oder abzubauen. Ausdauersport treiben, Schwimmen gehen. Wandern und Bewegung überhaupt wirken sich positiv auf den Körper aus. Eine ernstzunehmende Empfehlung ist es, sich einen Hund anzuschaffen, der zwingt nämlich zu täglichen Spaziergängen.

Regelmäßige Arztbesuche sind für Diabetiker unerlässlich, ebenso die Messung der Blutwerte nach ärztlicher Vorgabe. Dafür stehen heutzutage unterschiedliche Technologien zur Verfügung. Immer geht es darum, den Überblick zu behalten und gegebenenfalls rechtzeitig reagieren zu können, wenn die Zuckerwerte im Blut bestimmte Grenzen über- oder unterschreiten.

Den Körper positiv unterstützen kann man mit Pflanzenextrakten und Spurenelementen für die Blutzuckerregulation. Allerdings sollte man solche Vitalstoffe nur in Abstimmung mit dem Arzt einnehmen.

Arten von Diabetes

Es gibt mehrere Arten von Diabetes. Typ 1, Typ 2 und Schwangerschaftsdiabetes sind davon die am häufigsten vorkommenden Arten der Erkrankung:


    • Diabetes Typ 1 ist eine Autoimmunerkrankung, und man wird sich damit abfinden müssen ein Leben lang Insulin zu spritzen, denn eine fehlgesteuerte Abwehrreaktion des Körpers zerstört insulinproduzierende Zellen. Hier liegt eine völlig fehlende Produktion von Insulin vor, die als sogenannter juveniler Diabetes oft im Alter zwischen 6 und 15 Jahren festgestellt wird.

    • Diabetes Typ 2 kann genetische Ursachen haben, Übergewicht oder auch Fettsucht können dafür weitere Risikofaktoren sein. Auch ein vergrößerter Bauchumfang erhöht das Risiko. Die Fettzellen im Bauchbereich bilden Entzündungsstoffe, die dann eine Insulinresistenz verursachen können.
      In diesem Fall kann der Diabetes durch bewusste Ernährung und Bewegung entgegengewirkt werden. Darin liegt eine große Chance für den Betroffenen.

    • Diabetes Typ 3 ist eine seltene Form von der im Volksmund sogenannten Zuckerkrankheit. Hier liegt die Ursache der Erkrankung in einem Gendefekt der Bauchspeicheldrüse.

Diabetes bei Kindern

Auch Kinder können "zuckerkrank", wie der Volksmund den Diabetes nennt, werden. In der Regel erkranken sie an dem Typ 1, doch mittlerweile sind immer mehr Kinder von dem Typ 2 betroffen. Auch hier liegt die Ursache für Typ 2 oft – genau wie bei den Erwachsenen – am Übergewicht sowie an Bewegungsmangel und falscher Ernährung.

Mögliche Diabetes-Symptome bei Kindern

Die Symptome, nach denen der Arzt bei Kinder in der Regel fragen wird, sind:


    • Ist das Kind auffallend oft müde?
    • Nässt es nachts ein oder muss tagsüber oft Wasser lassen?
    • Klagt es über Durst und trinkt vermehrt?
    • Häufen sich Bauchbeschwerden?
    • Liegt Diabetes in der Familie vor?
    • Verliert das Kind trotz ständigem Heißhunger an Gewicht?
    • Riecht sein Atem ähnlich wie Aceton?

Experten schätzen, dass bereits jeder zehnte Deutsche an Diabetes leidet – Tendenz steigen! Vermutlich tragen vor allem zu viel Zeit am Computer, häufiges Fast Food und süße Getränke dazu bei. Dabei ist diese Erkrankung nicht ungefährlich, denn wenn der Diabetiker in seiner Medikamentation falsch eingestellt ist oder sich nicht an die Therapievorgaben hält, führen erhöhte Zuckerwerte zu Schädigungen der Nerven und Gefäße, es drohen etwa die Amputation von Zehen oder der Füße oder ernsthafte Augenschädigungen wie die Ablösung der Netzhaut.

Der Diabetes und ich

Für Betroffene: Die Diabetesforschung schreitet rasant voran, neue Messgeräte und Insulinpumpen erleichtern für viele schwer an Diabetes Erkrankte die Teilhabe am Alltag.

Dem auch Altersdiabetes genannten Typ-2-Diabetes kann man in vielen Fällen durch eine gesunde Lebensweise vorbeugen beziehungsweise nach einer Diagnose gut beherrschen, in bestimmten Fällen sogar bis zum Verzicht auf Medikamente. Wer – auch als Gesunder – seine Bauspeicheldrüse entlasten will, ist mit dem Verzicht auf Süßes und auf zu viele Kohlenhydrate, wie sie besonders stark etwa in Reis und Nudeln vorkommen, sowie mit maßvollem Umgang mit Alkohol gut beraten.

Tipp:
Bekannte Kliniken für Diabetologie als Anlaufstelle für die Betroffenen in Sachsen sind beispielsweise das Universitätsklinikum in Dresden und das Klinikum Chemnitz. Auf weitere Einrichtungen verweisen die Deutsche Diabetes Gesellschaft und der Landesverband Sachsen des Deutschen Diabetiker Bundes.

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  • Quelle: TEB | Foto: RitaE / Rita, Pixabay License
  • Erstellt am 15.08.2020 - 09:12Uhr | Zuletzt geändert am 15.08.2020 - 10:46Uhr
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