Goldene Zwanziger in Bautzen?

Goldene Zwanziger in Bautzen?Bautzen / Budyšin, 2. Januar 2020. Ein neues Jahrzehnt hat begonnen (eher mental als wissenschaftlich), plötzlich sind die vermeintlich "Goldenen Zwanziger" des vergangenen Jahrhunderts in aller Munde. War diese Zeit wirklich so glanzvoll, wie der Mythos es vermuten lässt? Dieser Frage sind Schüler des Stadtkurses am Schiller-Gymnasium Bautzen nachgegangen. Ihre Ergebnisse stellen sie im Steinhaus Bautzen vor.

Als Uroma jung war: links im Bild Erna Töppel

Bildquelle: Familie Goethe, Großpostwitz, via Stadtverwaltung Bautzen

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Jahre des Streits und des Forstschritts

Die Jahre nach dem Weltkrieg, von dem man damals noch nicht wusste, dass ihm ein nicht minder schrechlicher folgen sollte, waren voller Spannungen und neuer Ideen: Streit zwischen rechts und links in der Politik, zwischen Avantgarde und Tradition in der Kunst, im Theater und im Schulwesen waren allgegenwärtig.

Die Menschen probierten sich in neuen Sportarten, hörten "wilde" Musik (damals hätte man Negermusik gesagt) und konnten 1930 sogar erstmals in der Bautzener Jahnturnhalle gemeinsam Fernsehen, weil Alexander Nipkow im Jahr 1884 die Nipkow-Scheibe und damit die Grundlage einen elektromechanischen Fernsehapparat erfunden hatte. Seit 1929 übertrug der Fernsehsender Witzleben erste Sendungen zu Testzwecken, ein Fernsehgerät-Selbstbausatz kostete um 1930 rund 30 Reichsmark. Das grundsätzliche Prinzip der Nipkow-Scheibe, mit dem bereits 1928 in England eine Farbfernsehübertragung realisiert wurde, wird noch heute bei Weltraumsatelliten angewendet.

In den Zwanzigerjahren verdienten Frauen durchaus schon eigenes Geld, wie zum Beispiel Bertha Zillessen, die erste Bautzener Fotografin. Auch im Fuhrunternehmen Wobst hielt der technische Fortschritt Einzug und die Pferdefuhrwerke wurden durch Lastwagen abgelöst.

Die Zwanzigerjahre endeten jäh mit dem New Yorker Börsencrash vom Oktober 1929, der die Weltwirtschaftskrise einleitete. Die Not und die fragile Demokratie der Weimarer Republik bereiteten den Boden für den Nationalsozialismus.

Diese vielfältigen Recherchen zu den Zwanzigerjahren des letzten Jahrhunderts in Bautzen führten die Schüler des Stadtkurses am Schiller-Gymnasium im vergangenen Jahr in der Stadtbibliothek und dem Archivverbund durch.

Hingehen!
Dienstag, 14. Januar 2020, 19 Uhr,
Steinhaus Bautzen, Steinstraße 37, 02625 Bautzen

Der Eintritt zur Präsentation ist frei!

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  • Quelle: red | Bildquelle: Stadtverwalltung Bautzen / Familie Goethe, Großpostwitz
  • Erstellt am 02.01.2020 - 14:28Uhr | Zuletzt geändert am 04.01.2020 - 08:07Uhr
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