Kamenzer Forstfest soll Immaterielles Kulturerbe werden

Kamenzer Forstfest soll Immaterielles Kulturerbe werdenKamenz / Kamjenc, 16. April 2020. Mit der vierten Bewerbungsrunde zum Immateriellen Kulturerbe nominiert Sachsen das traditionelle Kamenzer Forstfest für das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes. Damit folgt der Freistaat einer Empfehlung des Sächsischen Kultursenats zum Immateriellen Kulturerbe. Die Stadt Kamenz und der Förderverein Forstfest e.V. hatten die Bewerbung im Vorjahr eingereicht.

So wie das Zittauer Rathaus wurde auch das in Kamenz von Carl August Schramm aus Zittau nach Entwürfen von Karl Friedrich Schinkel erbaut

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Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch sieht in der Nominierung eine Würdigung der kulturellen Vielfalt in den sächsischen Kulturräumen: "Das Kamenzer Forstfest mit seiner über 300-jährigen Geschichte ist eines der größten Schul- und Heimatfeste Sachsens. Es steht in besonderer Weise für Tradition und Brauchtum. Gerade in Zeiten wie der gegenwärtigen Corona-Krise wird uns bewusst, welche besondere Bedeutung lebendige Traditionen unseres Kulturerbes für unsere regionale Identität haben. Und die Hoffnung lebt, dass das Forstfest bald wieder mit dem blumen- und fahnengeschmückten Festumzug durchgeführt werden kann."

Ausschlaggebend für die Empfehlung des Kultursenates waren der integrative Charakter und die interkulturelle Tendenz des Kamenzer Forstfestes, das von einer großen Lebendigkeit geprägt ist und die Gemeinschaft fördert. Bemerkenswert erscheint, dass der bürgerliche Charakter bis heute erkennbar ist. Besonders die Verbindung der Stadtgemeinschaft und der Bildungseinrichtungen sowie die Rolle der Schulen sind historisch bestimmend. Die beim Forstfest gefeierte Begegnung von Mensch und Natur spielt angesichts des Klimawandels und der wachsenden Bedeutung von Nachhaltigkeit eine weitere wichtige Rolle. In der rituellen Ausprägung des Festes werden seine historischen Wurzeln sichtbar.

Beim immateriellen Kulturerbe stehen Kulturformen im Mittelpunkt, die von praktischem Wissen und Können der Menschen getragen werden. Dies können überliefertes Wissen und die damit verbundenen Fertigkeiten sein, welche sich in Kunst- und Handwerkstechniken, mündlichen Überlieferungen oder speziellen Aufführungspraktiken von Tanz, Theater und Musik wiederfinden. Das immaterielle Kulturerbe repräsentiert eine lebendige Alltagskultur, die von Generation zu Generation weitergegeben wird und damit auch ein Gefühl von Zugehörigkeit und Identität vermittelt. Zum immateriellen Kulturerbe in Deutschland gehören unter anderem die Bräuche und Feste der Lausitzer Sorben, die erzgebirgischen Bergparaden und Bergaufzüge sowie die sächsischen Knabenchöre.

Bis zum 15. April 2020 müssen alle Bundesländer ihre Nominierungen für die Aufnahme ins so genannte Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes einreichen Die Kultur-Ministerkonferenz der Länder entscheidet dann zum Ende dieses Jahres auf der Grundlage der Begutachtung durch das Expertenkomitee bei der Deutschen UNESCO-Kommission über die Aufnahme. Das Bundesweite Verzeichnis umfasst derzeit 97 Nominierungen. Sachsen verfügt über reichhaltige Bezüge zum Bundesweiten Verzeichnis, welches seit dem Beitritt der Bundesrepublik Deutschlands zum UNESCO-Übereinkommen zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes 2013 aufgebaut wurde.

Das ist das Kamenzer Forstfest

Das Kamenzer Forstfest findet stets um den 24. August in der Bartholomäuswoche statt. An den Umzügen beteiligen sich regelmäßig rund 1.500 Mädchen und Jungen der Kamenzer Schulen. Sie sind traditionell in Weiß gekleidet und tragen Blumengirlanden und Fahnen von der Innenstadt bis in den Forst. Dabei singen sie traditionelle Heimatlieder. Die Einwohner von Kamen schmücken zum Forstfest ihre Häuser mit Ranken, Wimpelketten und Blumenkränzen. Bis zu 50.000 Gäste zieht das Kamenzer Forstfest jährlich weit über die Stadtgrenzen hinaus an.

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  • Quelle: red | Fotos: © Bautzner Anzeiger
  • Erstellt am 16.04.2020 - 16:48Uhr | Zuletzt geändert am 16.04.2020 - 17:16Uhr
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