Lauenareal Bautzen: Sorbisch? Na klar.

Lauenareal Bautzen: Sorbisch? Na klar.Bautzen / Budyšín, 12. November 2020. An einer Fassade präsentiert sich die Kampagne "Sorbisch? Na klar." in der Innenstadt von Bautzen. Hier begrüßt jetzt der Schriftzug "Witajće k nam do Łužicy! – Willkommen in der Lausitz!" sowohl Einheimische als auch die Gäste der Spresstadt. Das Motiv in den sorbischen Nationalfarben befindet sich gegenüber des Kornmarktcenters an einer freistehenden Häuserwand am Lauengraben.

Das Motiv wurde vom Leipziger Fassadenkünstler Philipp Weber gestaltet

Foto: Domowina, Quelle: Sächsische Staatsministerin für Kultur und Tourismus / medienobjekte/133525

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Das Sorbische erhalten

Die sächsische Kulturministerin Barbara Klepsch kommentierte die Wandgestaltung so: "Mit dem kunstvoll gestalteten Fassadenmotiv setzen wir im öffentlichen Raum ein Zeichen, dass die sorbische Sprache eng mit der Lausitz und damit auch mit Sachsen verbunden ist. Gleichzeitig begrüßen wir alle, die es in das Herz von Bautzen zieht – egal ob Einheimische, Pendler oder Touristen. Ich freue mich sehr, dass unsere Kampagne Sorbisch? Na klar. so noch mehr Interessierte erreichen wird."

"Man sieht an dieser künstlerischen Fassadengestaltung: Zweisprachigkeit kann schön sein. Hier ist sie zugleich Bekenntnis zur geschichtlichen Bedeutung dieses zentralen Ortes der Stadt, an dem bis 1945 unser Serbski dom stand – damals Wendisches Haus, danach neu gebaut am Postplatz als Haus der Sorben. Das ist ein gutes Zeichen für die Zukunft des Sorbischen in der Mitte der Lausitzer Gesellschaft", äußerte sich Dawid Statnik, Vorsitzender des sorbischen Dachverbands Domowina und Mitglied des Beirats der Kampagne. Der Beirat hat an der Auswahl der Fassadengestaltung maßgeblich mitgewirkt.

Die Kampagne "Sorbisch? Na klar." wurde vom Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus ins Leben gerufen. Sie möchte die Akzeptanz für die sorbische Sprache in der Lausitz steigern, Wissen vermitteln und so die Wertschätzung ihres Gebrauchs in der Öffentlichkeit fördern. Dabei richtet sich die Kampagne gezielt auch an Menschen, die die sorbische Sprache kaum oder gar nicht sprechen.

Mehr:
Geschichten und Blicke auf die sorbische Sprache aus unterschiedlichen Perspektiven finden sich im Online-Magazin der Kampagne www.sorbisch-na-klar.de sowie unter www.facebook.com/SorbischNaKlar/ und www.instagram.com/sorbisch_na_klar.

Nachbemerkung:
Ob's nun Kunst oder eher Werbegrafik ist, kann man diskutieren, ist aber nicht wichtig. Wichtig ist, die Interessen der Obersorben und der auch Wenden genannten Niedersorben zu beachten und ihre Geschichte und Kultur stärker in den Mittelpunkt zu rücken.

Ganz maßgeblich dabei ist die Sprache, genauer gesagt: die beiden Sprachen Obersorbisch und Niedersorbisch, ergänzt um die weitgehend eigenständigen Grenzdialekte. Die in der Niederlausitz verbreitete niedersorbische Sprache droht auszusterben. Dabei ist Sorbisch doch auch für Nicht-Sorben interessant, ist es doch quasi der Türöffner zu den slawischen Sprachen. Obersorbisch ist eher dem Tschechischen und Slowakischen verwandt, Niedersorbisch hingegen dem dem Polnischen. Der Erhalt der obersorbischen Sprache ist ganz maßgeblich der engen Bindung der Sorben an die Katholische Kirche zu verdanken, in den evangelischen Gebieten der Niederlausitz hingegen gab es seitens der Kirche kaum Interesse am Sorbischen.

Neben den heutigen sorbischen Siedlungsgebieten in Sachsen und Brandenburg gab es auch solche, die Mitte des 19. Jahrhunderts von Exil-Sorben gegründet wurden, etwa Serbin in der Nähe von Austiin/Texas und um südlichen Australien. In den ausländischen sorbischen Siedlungen verwischen sich allerdings seit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts die sorbischen Eigenheiten.







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  • Quelle: red | Foto: Domowina
  • Erstellt am 12.11.2020 - 11:35Uhr | Zuletzt geändert am 12.11.2020 - 12:24Uhr
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