Vogel des Jahres gewählt

Vogel des Jahres gewähltBautzen / Budyšín, 31. März 2021. Gedauert hat es länger als ein halbes Jahr: Vom 9. Oktober 2020 bis zum 19. März 2021 wurde der Vogel des Jahres 2021 gewählt, organisiert vom Naturschutzbund Deutschland e.V. und vom Landesbund für Vogelschutz e.V. (LBV). Weitere Kandidaten neben dem Rotkehlchen waren die Rauchschwalbe, der Kiebitz, die Feldlerche, die Stadttaube, der Haussperling, der Goldregenpfeifer, die Blaumeise, der Eisvogel und die Amsel. Insgesamt gingen rund 450.000 Wählerstimmen ein.

Foto: Wolfgang Vogt, Pixabay License

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Das Rotkehlchen hat gewonnen – und ein Novum bei dieser Wahl

Zum ersten Mal in der Geschichte zur Wahl des Vogels des Jahres hat nicht ein Komitee gewählt, sondern vielmehr war die Bevölkerung aufgerufen, unter den Vogelarten ihren Favoriten zu wählen. Dieses neue Prozedere wurde von den Bürgern gut angenommen. Am Ende der Wahl gab es ein heißes Schnabel-an-Schnabel-Rennen – doch nun kann das Rotkehlchen als diesjähriger Sieger frohlocken.

Doch warum wird in jedem Jahr ein Vogel des Jahres gewählt?

Die erste Wahl fand 1971 statt. In diesem Jahr wurde der Wanderfalke auserkoren – und der hatte es bitter nötig, denn deutschlandweit gab es nur noch fünf Brutpärchen, der Wanderfalke stand damals auf der roten Liste der bedrohten Tierarten. Diese fünf Brutpärchen wurden Tag und Nacht von Naturschützern bewacht, denn Falkner hatten großes Interesse an der Brut, um sie für ihre Interessen aufzuziehen. Damit hat die erste Wahl zum Vogel 1971 dazu beigetragen, diese Vogelart zu schützen und zu erhalten.

DDT als Ursache

Einer der Gründe für das befürchtete Aussterben des Wanderfalken und vieler anderer Greifvögel war unter anderem das Insektizid DDT. Seit Anfang der 1940er-Jahre wurde DDT in der Landwirtschaft eingesetzt. Weltweit war es eines der meist verwendeten Insektizide. Das Herstellungsverfahren war simpel, die Wirksamkeit gegen Insekten hoch und die Toxizität für Säugetiere gering. Erst Jahrzehnte später stellte man fest, dass DDT beim Menschen Krebs verursachen kann und hormonähnliche Wirkungen auslöst. Für die Vogelwelt bedeutete das, dass die Schalen ihres Geleges dünn und brüchig wurden und in Konsequenz dessen der Bestand drastisch sank.

Die damalige Wahl des Wanderfalken hat dazu beigetragen, dass der Fokus auf die Vögel gerichtet wurde und DDT wegen seiner Wirkung von DDT auf Mensch und Tier, die durch Forschungsarbeiten belegt wurde, in den 1970er Jahren in den Industrieländern vom Markt genommen wurde. Von daher war diese erste Wahl eines Vogels des Jahres sinnvoll und von großer Bedeutung.

Warum wurde jetzt das Rotkehlchen gewählt?

Das hat sicherlich mit der Beliebtheit des Vögleins zu tun. Das Rotkehlchen wird von allen geschätzt, ist aber kein vom Aussterben bedrohter Vogel. Also warum gerade diese Vogelart? Diese Frage kann nicht beantwortet werden.

Diskutieren kann man die Frage, ob die Wahl des Vogels des Jahres noch länger Sinn hat. Durchaus viele meinen nein, was allerdings Schade wäre, denn damit wird eine große Chance vertan, weiter für die natürliche Umwelt zu sensibilisieren und schließlich mit dem Engagement vieler etwas für wirklich bedrohte Tierarten zu tun.

Mehr:
In der Nacht ist der Vogel nicht gern alleine: das Vögelbaumbett.

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  • Quelle: CEB | Foto: wolfgang_vogt / Wolfgang Vogt, Pixabay License
  • Erstellt am 31.03.2021 - 12:34Uhr | Zuletzt geändert am 31.03.2021 - 19:04Uhr
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