Dürfen Kinder gokeln?

Dürfen Kinder gokeln?Bautzen / Budyšin, 24. November 2022. Eines der schönen Worte, denen das Aussterben droht, ist das Gokeln, regional auch Kokeln geschrieben. Es bedeutet, mit dem Feuer zu spielen, wobei etwas Leichtsinn oder vielleicht sogar Unvorsichtigkeit im Spiele ist. Dürfen Kinder gokeln, also mit Feuer spielen?

Abb.: Faszination Kerzenlicht
Foto: Candelario Gomez Lopez, Pixabay License
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Vom Spiel mit dem Feuer

Die Frage rund um die Gokelei kocht in der dunklen Jahreszeit, vor allem aber in der Weihnachtszeit hoch, wenn öfter als sonst Kerzen entzündet werden und ihre Flamme auch die Kinder faszinieren. Und schön fallen einem die pädagogischen Plattitüden ein: "Messer, Gabel, Schere, Licht, sind für kleine Kinder nicht!" oder noch besser "Wer gokelt, macht sich in die Hosen!" Immer geht es darum, Kinder davon abzuhalten, worauf sie neugierig sind.

Folge ist dann, dass sie heimlich ausprobieren, was ihnen verboten ist – und dann kann es tatsächlich gefährlich werden! Gerade was Kerzen betrifft, sollen Kinder – unter Aufsicht, versteht sich – durchaus ihre Erfahrungen machen und zugleich klare Grenzen aufgezeigt bekommen. Feuer entfachen ohne die Erlaubnis und das Beisein Erwachsener bleibt strikt verboten!

Unter Aufsicht darf aber schon nach Herzenslust gegokelt werden! Und wenn es dabei am Finger versehentlich einmal heiß werden sollte, dann nennt man das erfahrungsorientiertes Lernen – eine Methode, bei der sich Wissen besonders intensiv und nachhaltig einprägt.

Ideen für die Gokelstunde

Für so eine Gokelstunde sammelt man am besten Kerzenreste, die gern bunt sein können. Damit kann man einen fabelhaften Wachsteppich erzeugen, wenn man eine Schüssel oder ein Glas mit Wasser füllt und dann das Kerzenwachs hineintropfen lässt.

Richtig spannend ist es, auf ein mit Wasser gefülltes Glas ein Stück Zeitungspapier zu legen. Dann wird ein Räucherkerzchen entzündet und auf das Papier gestellt. Brennt es herab, dann kommt der entscheidende Moment: Brennt es durch das Zeitungspapier hindurch und fällt zischend ins Wasser oder funktioniert das nicht?

Eine dritte Idee ist es, Tropfsteinfelsen – freilich aus Wachs – entstehen zu lassen. Eine gute Grundlage dafür ist eine schöner Stein. Oder man betropft ein Stück Holz, um das Wachs dann mit einem Lappen zu polieren. Der Phantasie sind jedenfalls keine Grenzen gesetzt.

Nachschub gesichert

Zum Glück gibt es bei Kerzen keinen Nachschubmangel. In der Lausitz entstehen Kerzen etwa in der Kerzenfabrik in Ebersbach, heute ein Teil der Stadt Ebersbach-Neugersdorf. Wie groß die Vielfalt an Kerzen ist, das erfahren Einzelhändler im leistungsfähigen Kerzen Großhandel ihrer Wahl – Verbraucher freuen sich über die Auswahl und Händler brauchen sich dank ständiger Warenverfügbarkeit kein eigenes Lager anzulegen.

Kerzen aus Bienenwachs sind ohne Frage die umweltfreundlichsten. Umweltschützer beanstanden gelegentlich Kerzen aus Paraffin, das aus Erdöl gewonnen wird und die Grundlage auch für etwa medizinische Salben sowie Cremes ist. Stearinkerzen hingegen enstehen meist aus Kokosfetten, oft auch aus Palmöl. Reste von Stearin belasten die Umwelt nicht. Häufig werden Paraffin und Stearin gemischt.

Offen gesagt sind solche Diskussionen den Freunden des Kerzenscheins ziemlich egal: Sie schätzen das warme Licht und die Kerze als Gleichnis für Frieden, Wärme und Vergänglichkeit – ein Gefühl, das mit elektrischer Beleuchtung wohl so nicht möglich ist.

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  • Quelle: TEB | Foto: darkside-550 / Candelario Gomez Lopez, Pixabay License
  • Erstellt am 24.11.2022 - 12:37Uhr | Zuletzt geändert am 30.11.2022 - 11:25Uhr
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