Nahrungsergänzungsmittel – ein komplexes Thema

Nahrungsergänzungsmittel – ein komplexes ThemaBautzen / Budyšin, 14. April 2021. Unmengen unterschiedlichster Nahrungsmittelergänzungsmittel werden im Handel vertrieben. Doch braucht man das? Welches Mittel ist das Richtige und wie sollten die Präparate sinnvoll eingesetzt werden? Der falsche Umgang mit ihnen kann negative Folgen für die Gesundheit haben. Das Angebot etwa von Vitaminen im Supermarkt verleitet schnell zu einem leichtfertigen Einkauf, dabei ist der Umgang mit Nahrungsergänzungsmitteln ein ernstzunehmendes Thema.

Abb.: In welcher Form Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden, ob nun als Kapseln, Tabletten, Tropfen oder mit angereicherten Lebensmitteln ist weniger entscheidend als die Antwort auf die Frage, was man da eigentlich seinem Körper zuführt – und schon Paracelsus formulierte "alle ding sind gifft vnnd nichts ohn gifft / allein die dosis macht das ein ding kein gifft ist vñ preparation" (alle Dinge sind Gift und nichts ohne Gift, allein die Dosis machts, dass ein Ding kein Gift durch seine Zubereitung ist).

Foto: Bru-nO / Bruno Glätsch, Pixabay License

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Welche Auflagen muss ein Präparat erfüllen, ehe es in den Handel kommt?

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Bevor ein Präparat in den Handel gelangen darf, wird es unter strengen Auflagen vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) geprüft. Die zulässigen Vitamin- und Mineralstoffe sowie deren Verbindungen sind in einer Richtlinie des Europäischen Parlaments geregelt und zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten in der Nahrungsmittelverordnung (NemV), die seit dem 28. Mai 2004 in Kraft ist, in deutsches Recht umgesetzt worden.

Kontrolliert werden die zur Nahrungsmittelergänzung vorgesehenen Präparate durch die Lebensmittelüberwachungsbehörden der einzelnen Bundesländer. Ob ein Präparat dann als Lebensmittel oder als Arzneimittel eingestuft wird, prüft das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).

Wer für Nahrungsmittelergänzung Hersteller sein will, muss an sich und seine Präparate hohe Anforderungen stellen lassen und die Expertise von Ärzten, Ernährungswissenschafltern – Oecotrophologen genannt – und Lebensmitteltechnologen einbeziehen.

Verbraucherschutz und der Umgang mit Vitamin- und Mineralstoffen

Für den Verbraucher und dessen Sicherheit hört sich dieses Prozedere schon einmal beruhigend an, denn Nahrungsergänzungsmittel gibt es in jeder Drogerie, in jedem Supermarkt und jeder Apotheke. Somit kann sich der Endverbraucher geschützt fühlen und sich sicher sein, nichts unmittelbar giftiges oder schädliches einzunehmen. Weitere Informationen findet man auf der Seite der Verbraucherzentrale, die durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft unterstützt wird.

Allerdings stellt sich die Frage, wie wirksam und nötig die Präparate für den Körper wirklich sind. Gern wird während eines Einkaufs im Supermarkt unwillkürlich in die Regale gegriffen, um vielleicht auch gerade jetzt im Frühling eine Vitaminkur zu machen. Studien belegen allerdings, dass besonders ältere Menschen die Vitamine überdosiert und zu oft einnehmen. Das heißt im Umkehrschluss, dass die Wirkung der Präparate für den Einzelnen durchaus negativ ausfallen kann.

Wer sich gesund und ausgeglichen ernährt, benötigt Nahrungsergänzungsmittel in aller Regel nicht. Ehe man zu solchen Präparaten greift, ist es deshalb sinnvoll, sich beim jährlichen Gesundheitscheck durch den Arzt beraten zu lassen, um dann gezielt die eventuell fehlenden Vitamine und/oder Mineralstoffe einzunehmen.

In welchem Fall und für wen ist es sinnvoll und notwendig, Nahrungsmittelergänzungsmittel einzunehmen?

Es können Lebensumstände eintreten, die es erforderlich machen, auf Nahrungsmittelergänzungsmittel zurückzugreifen. Tatsächlich sind oft ältere Mitmenschen und chronisch Erkrankte mit Mineralstoffen und Vitaminen unterversorgt. Präparate mit Omega-3-Fettsäuren, Eiweiß, Selen und Zink sind nach Rücksprache mit dem Arzt sinnvoll. Gerade die Omega-3-Fettsäuren können dazu beitragen – etwa bei bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen – Gefäßverkalkungen vorzubeugen. Das Gespräch mit dem Arzt ist jedoch immer zu empfehlen, denn im Alter können sich angestrebte Wirkungen bestimmter Mittel auch ins Gegenteil verkehren und schädigend wirken.

Zu den Omega-3-Fettsäuren zählt die Docosahexaensäure, kurz DHA genannt, eine langkettige und mehrfach ungesättigte Säure, die aus Fischen oder Mikroalgen gewonnen wird. Für Schwangere empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung die tägliche Zufuhr von 250 Milligramm DHA, was besonders die Entwicklung von Augen und Gehirn fördern soll. Eine Metaanalyse hat ergeben, dass die Schwangerschaft mit der Einnahme der ungesättigten Fettsäure länger dauert und die Neugeborenen tendenziell größer und schwerer waren. Die Kinder hatten eine größere Sehschärfe und ihr Schlafverhalten und ihre Sprachentwicklung war besser entwickelt als bei unterversorgten Müttern. Auch in den ersten beiden Lebensjahren sollte auf einen ausreichende DHA-Versorgung geachtet werden.

Es lohnt sich, sich einmal mit diesem Thema auseinanderzusetzen, es ist spannend und interessant zugleich – seriöse Quellen im Internet machen das auf einfache Weise möglich. Allein die positiven Auswirkungen auf die Kinder, wenn Schwangere oder stillende Mütter mit bestimmten Mineralstoffen und Vitaminen gut versorgt sind, scheinen enorm.

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  • Quelle: red | Foto: Bru-nO / Bruno, Pixabay License
  • Erstellt am 14.04.2021 - 14:37Uhr | Zuletzt geändert am 15.04.2021 - 09:58Uhr
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