Fantasy – Eintauchen in die Welt der Mythen und Sagen

Fantasy – Eintauchen in die Welt der Mythen und SagenBautzen / Budyšín, 27. August 2022. Von Tina Beier. Die Faszination, die von Mythen, Sagen- und all dem, was man heute Fantasy nennt - ausgeht, ist seit Hunderten von Jahren belegt. Immer wieder kämpft das Gute gegen das Böse in einer fiktiven und fantastischen Welt, in der nichts unmöglich ist. Odysseus in Homers "Ilias" und "Odyssee", Wagners "Ring des Nibelungen'', Tolkiens "Herr der Ringe'' – wer kennt diese spannenden und aufregenden Erzählungen nicht? Und wie in jedem Märchen gibt es eine Moral hinter der Geschichte.

Abb.: In der Welt der Fantasy ist nichts unmöglich. Hier bittet ein Mädchen einen riesigen Karpfen um Hilfe. Sie trifft ihn in seiner Welt, tief im Meer – und selbstverständlich kann sie sich dort mit ihm unterhalten. Die beiden werden Freunde und schon beginnt das Abenteuer gegen das Böse, gemeinsam retten sie nun die Welt

Bildquelle: Stefan Keller, Pixabay License (Bild beschnitten)

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Fantasy und Science Fiction – der Unterschied

Sowohl Fantasy als auch Science Fiction – etwa "Wissenschaftliche Fiktion" oder "Wissenschaftliche Belletristik" – erzählen aus fantastischen Welten, das ist eine Gemeinsamkeit beider Genres. Aber sie unterscheiden sich in einem wesentlichen Punkt: Die Welt des Science Fiction, kurz SciFi genannt, ist eine von den Wissenschaften gekennzeichnete Welt. Hier geht es um wissenschaftliche Zukunftsentwicklungen, oft in Verbindung mit dem Weltraum, Veränderungen in der menschlichen Gesellschaft, außerirdischer oder künstlicher Intelligenz. Die Welt der Fantasy indes beschäftigt sich mit Feen, Zauberern, Magie, Fabeln und phantastischen Welten, Untoten, Halblingen oder etwa Zentauren.

Beide Genres sind noch in viele verschiedene Unterpunkte aufgeteilt, wie High Fantasy und Low Fantasy, Urban Fantasy (hier kommt "Harry Potter" zum Zuge), Social Science Fiction (dazu zählt George Orwells "1984") oder der Cyber- und Steampunk. Dennoch gibt es in manchen Erzählungen oder Filmen fließende Übergänge zwischen den SciFi- und den Fantasy-Welten. Ganz deutlich aber wird der Unterschied, wenn man sich zu Filmen wie "Herr der Ringe" oder "Star Wars" die jeweiligen Soundtracks anhört. Man hat beim Hören förmlich die Szenerie und die Abenteuer der Helden vor Augen. Diese beiden Soundtracks zeigen, wie groß die Kunst der Musiker ist, Geschichten in aussagekräftige Melodien und Klänge umzuwandeln.

Filme, Musik, Bücher, Spielzeug und Spiele zu den Geschichten

Der Markt für diese sogenannten Merchandisingartikel ist groß. Haben sie sich erst einmal auf einer monumentalen Leinwand die betreffenden Kinofilme angeschaut und sind völlig fasziniert von den Erzählungen und Bildern, dann freuen sich kleine Kinder über Bettwäsche mit Harry Potter Motiven und die Älteren über einen Wecker in Gestalt von Darth Vader.

Einen großen Reiz übt es aus, die Welten der Leinwand-Helden mit nach Hause zu nehmen und dort die Abenteuer nachzuspielen, allein oder mit Freunden. Ein bekannter Spielzeugbaustein-Hersteller hat eine große Edition von Figuren und Flugobjekten aus Star Wars auf den Markt gebracht. Nicht nur die Kinder stürzen sich mit Eifer auf den Zusammenbau der Objekte, auch Erwachsene kennen angesichts der Spielwelt oft kein Halten mehr.

Im Gegensatz zu Star Wars, dessen Geschichte man nur aus den vielen Filmen kennt, wurde der "Herr der Ringe" von John Ronald Reuel Tolkien erstmals Mitte der Fünfzigerjahre als Roman veröffentlicht. Verkauft wurde der "Herr der Ringe" – oder wie er im Original heißt "The Lord of the Rings" – weltweit 150 Millionen mal, als kostbar gestaltete Hardcover-Bände oder in preiswerten Paperback-Ausgaben.

Nach den Verfilmungen von Tolkiens Roman erschienen auf dem Markt viele Merchandiseartikel für echte Helden oder jene, die noch davon träumen, es zu werden. Besonders viele Fantasy-Figuren hat Games Workshop in Tabletop-Strategiespiele integriert. Die Spiele des britischen Herstellers werden wie übliche Brettspiele auf dem Tisch gespielt, aber: Die Spieler können hier die originalgetreuen Figuren der Armeen, Hobbits und aller Beteiligten aus "Herr der Ringe'' aufbauen und ihre Strategien für das Spiel entwickeln. Ein besonderes Highlight ist es, wenn die Figuren selbst bemalt werden können.

Freunde können damit ganze Abende auf unterhaltsame Weise gemeinsam verbringen und in die Geschichte ihrer Helden eintauchen. Gemeinsam ist den Fantasy- und SciFi-Spielen übrigens, dass sie die ganze Familie und Freunde zusammenbringen und Computerspiele oder der Fernseher schnell vergessen sind.

Ganz anders bei des Fantasy-Saga vom "Ring des Nibelungen"

Richard Wagners "Ring der Nibelungen" ist eine Oper, die seit der Uraufführung 1876 im Bayreuther Festspielhaus dort immer wieder aufgeführt wird – manchmal fast monatlich, manchmal übers Jahr gar nicht. Insbesondere jede Neuinszenierung wird als gesellschaftliches Ereignis gefeiert.

Anders als bei einem Spieleabend oder Kinobesuch – etwa im Steinhaus Bautzen – bedarf es hier enormen Sitzfleisches, um diese Fantasy-Geschichte in der Oper zu erleben. Der Opernzyklus besteht nämlich aus einem Vorabend und drei Aufführungstagen:


    • am Vorabend: Das Rheingold,
    • am ersten Tag: Die Walküre,
    • am zweiten Tag: Siegfried,
    • am dritten Tag: Götterdämmerung

– und alles zusammen zieht sich über ungefähr 16 Stunden hin. Aufgeboten werden dafür neben hundert Musikern 34 Gesangssolisten plus Männer- und Frauenchor.

Wagner brauchte mit Unterbrechungen rund 26 Jahre, um die Musik zu komponieren, die Texte zu schreiben und szenische Anweisungen festzuhalten. Inhaltlich zieht sich die Geschichte des Rings über mehrere Generationen. Am Anfang stiehlt der Nibelung Alberich das Rheingold. Er schmiedet sich daraus einen Ring der Macht, für den er allerdings teuer bezahlen muss: Alberich muss fortan der Liebe entsagen – und dann nimmt die Geschichte ihren Lauf mit dem Göttervater Wotan, Siegfried und den Rheintöchtern. Schließlich bricht Brünhilde, eine der Rheintöchter, den Fluch durch ihre Liebe zu Siegfried. Sie errichtet einen Scheiterhaufen für ihren Geliebten und stürzt sich mit ihm in die Flammen. Daraufhin tritt der Rhein über die Ufer und gibt den Ring der Macht wieder frei. Auch der Wohnsitz der Götter wird durch die Flammen des Scheiterhaufens vernichtet. So entsteht eine neue Weltordnung ohne Götter.

Fazit:
Und die Moral von der Geschicht’: Sei lieber gut als bös’, denn das lohnt sich nicht. Aber das ist wohl in jedem Märchen so.

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  • Quelle: Tina Beier | Bildquelle: KELLEPICS / Stefan Keller, Pixabay License
  • Erstellt am 27.08.2022 - 18:53Uhr | Zuletzt geändert am 27.08.2022 - 20:28Uhr
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