Wohnmobil: Wohin damit?

Wohnmobil: Wohin damit?Bautzen / Budyšín, 28. Mai 2022. Wer ein Wohnmobil besitzt, versteht die Doppeldeutigkeit der Frage nach dem "Wohin?" sofort: Einmal geht es um Reiseziele, zum anderen aber um die Frage, wo man das Gefährt, das gewöhnlich keine garagenkompatiblen Abmessungen hat, zu Hause abstellen soll – wobei das Abstellen zu Hause, etwa über den Winter, manchmal das eigentliche Problem darstellt.

Abb.: Für viele ist es der Traum schlechthin, an den schönsten Stellen einfach anhalten zu können und eine gute Zeit zu verbringen

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Mobiles Arbeiten und Leben

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Schon für einen Wohnanhänger nimmt ein Carport ziemliche Ausmaße an, Wohnmobile sind meist noch deutlich höher

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Diese Fragen hat sich auch die Redaktion der Regional Magazin Gruppe gestellt, denn Ende vorigen Jahres hat sich dem Fuhrpark ein Wohnmobil hinzugesellt. Das ist praktisch als rollendes Büro – auch wenn man den steuerlichen Status als "Sonstiges Kraftfahrzeug Bürofahrzeug" nicht hat – und außerdem gibt es immer wieder Gelegenheiten, am Abend mancher Tage nicht auf die Rückreise oder in ein Hotel – das bekommt man mit der Zeit wirklich über – zu gehen, sondern im Wohnmobil den Tag ausklingen zu lassen und dann morgens im wahrsten Sinne des Wortes in den Tag zu starten.

Wohnmobil-Stellplätze, in denen die Fahrzeuge so stehen, dass man unwillkürlich an die Enge der Arbeiterschließfächer einer Plattenbausiedlung vergangener Tage denken muss, kommen allerdings nicht in Frage. Aber es gibt – gerade, wenn man beruflich unterwegs ist – genügend kleine für Wohnmobile ausgewiesene oder geduldete Stellflächen und private Grundstücke, wo man die Nacht verbringen kann.

Wo abstellen, wenn man zu Hause ist?

Unterwegs ist das Abstellen des Wohnmobils also kein Problem, eher zu Hause. Wer kein eigenes Grundstück hat oder vielleicht eine Unterstellmöglichkeit auf einem Bauernhof mieten kann, stößt schnell an Grenzen. Noch schärfer wird die Situation, wenn man mit einem Saisonkennzeichen unterwegs sein sollte: In der abgemeldeten Zeit ist der öffentliche Verkehrsraum tabu.

Im Grunde ist ein Wohnmobil vor allem dann interessant, wenn man es auf einem eigenen Grundstück parken kann. Die nächste Frage ist dann, wie man das teure Gefährt vor den Wetterunbilden schützen kann. Die vielleicht vorhandene Garage dürfte sich meist als zu klein erweisen und die sogenannte Laternengarage, der schützende Überzieher, ist bei einem Wohnmobil nicht nur unpraktisch, sondern spielt auch hier ihre möglichen Nachteile aus wie etwa Schwitzwasserbildung oder mit der Zeit eine angescheuerte Lackierung.

Wettergeschützter Stellplatz am Haus

Andere Lösungen riechen förmlich nach Aufwand, ein Riesen-Carport etwa, für den man eine Baugenehmigung braucht. Denkbar wäre auch eine Containerüberdachung zwischen mit Steinen gefüllten Gabionen; hier sind zwar nicht die Grenzen der Statik, aber die der Ästhetik schnell erreicht. Ob für eine Containerüberdachung eine Baugenehmigung erforderlich ist, sollte man übrigens unbedingt vorab beim Bauamt erfragen.

Ganz ohne Baugenehmigung hingegen kommt aus, sofern die baulichen Voraussetzungen gegeben sind, wer an seinem Haus eine mit dem Fahrzeug erreichbare Wand frei hat. Dann könnte man in entsprechender Höhe – was meist eine fensterlose Wand voraussetzt – ein Terassendach anbringen, unter dem das Wohnmobil Platz findet. In Sachsen sind solche Hausanbauten mit bis zu drei Metern Abstand zur Hauswand und höchstens sechs Metern Länge genehmigungsfrei. Diese Maße sollten in vielen Fällen reichen, um sein Wohnmobil darunterzubekommen.

An die Statik denken

Eine wichtige Frage dabei ist die statische Auslegung, vor allem an Schnee- und Windlasten ist zu denken. Soll zudem womöglich auf Stützpfeiler verzichtet werden, muss unbedingt ganz besonders die Beschaffenheit der Hauswand in die Betrachtungen einbezogen werden. Lösungen sind viele denkbar, etwa auch als Markise, die bei zu viel Wind automatisch eingefahren wird.

Wer auf eine feste Lösung setzt, braucht einen geeigneten Dachbelag: stabil, haltbar und dennoch nicht zu schwer. Ein gutes Vorbild sind Terassendächer aus Doppelstegplatten oder Trapez-/Wellplatten, die zudem den Vorteil der Lichtdurchlässigkeit haben.

Tipps:


    • Entsprechend angelegt dient der geschützte Winterabstellplatz fürs Wohnmobil im Sommer als Sitzplatz. Aber wie gesagt, die baulichen Voraussetzungen müssen gegeben sein. Im ländlichen Raum der Lausitz sind entsprechend geeignete Gebäude gar nicht so selten.

    • Wer in Baufragen unerfahren ist und auch die Statik nicht sicher auslegen kann, sollte unbedingt einen entsprechenden Fachmann zu Rate ziehen.Um Missverständnisse zu vermeiden, sollte man zudem mit Bauamt und Feuerwehr über das Vorhaben sprechen, bevor man sich in die Unkosten stürzt.


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  • Quelle: TEB | Foto Blick aufs Meer: Glavo / Volker Glätsch, Pixabay License; Foto Carport mit Wohnwagen: Teodor / MrGajowy3m Pixabay License
  • Erstellt am 30.05.2022 - 16:47Uhr | Zuletzt geändert am 30.05.2022 - 18:15Uhr
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