Häusle bauen - eigentlich einfach, aber nicht in jeder Bauweise

Häusle bauen - eigentlich einfach, aber nicht in jeder BauweiseBautzen / Budyšin, 14. Januar 2020. Sein Leben in Bautzen zu verbringen, wird immer interessanter, je mehr der Arbeitsmarkt boomt. Hinzu kommt: Die Stadt ist nicht klein, aber überschaubar und liegt zentral zwischen Dresden und Görlitz sowie Spremberg, Zittau und Pirna. Für junge Familien, die in Bautzen "gesettled" sind, steht die Frage nach Wohneigentum, vor allem nach einem eigenen Haus, im Raum.

Gasbeton, Ziegel oder Fertighaus? Am fertigen Haus – im Bild ist die Wärmedämmung noch sichtbar – ist das kaum zu erkennen

Foto: Paul Brennan, Pixabay License

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Kurze Bauzeit kann Faktor für niedrigere Kosten sein

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Das Traumhaus für die ganze Familie – davon träumen Millionen Menschen in Deutschland und ganz besonders junge Paare, die entweder schon eine kleine Familie gegründet haben oder bei denen die Kinder für die Zukunft in Planung sind. Der Traum vom Haus ist allgegenwärtig, doch um ihn zu verwirklichen gibt es etliche Dinge im Vorfeld zu beachten, die wichtig sind, damit das Vorhaben nicht schon zu Beginn zum Scheitern verurteilt ist.

Angefangen von der Lage des Grundstücks, über die Größe und die Bauart. Soll es ein Massivhaus mit mehreren Etagen im Stein-auf-Stein-Modell sein oder doch eher ein Flachbungalow (was im Alter seine Vorteile hat) oder ein Fertighausmodell? Viele Fragen erübrigen sich, wenn man genau weiß, was man will, in welchem Zeitfenster man sich bewegen möchte und kann und vor allem aber auch, aus welchen finanziellen Möglichkeiten geschöpft werden kann und wie das Finanzpolster generell ausieht. Diese und ein ganze Reihe weiterer Fragen sollten sich zukünftige Bauherren zu allererst beantworten, denn ist erst einmal mit dem Bau des Hauses begonnen worden, gibt es kein Zurück mehr.

Warum schwierig, wenn es ganz einfach sein kann?

Einen einfachen und stressarmen Weg zum eigenen neuen Haus versprechen Fertighaus-Anbieter. Das Fertighaus als solches erlebt derzeit wieder einen wahren Boom, nicht etwa als "Immobilie von der Stange", sondern in puncto Traumhaus. Vielleicht wichtigstes Merkmal: Wohl keine andere Möglichkeit des Aufbaus eines Eigenheims ist so effektiv wie rasant und einfach. Das Fertighaus lässt sich, sobald das Grundstück gefunden, die Baugenehmigung durch und das Fundament gegossen ist und steht, einfach termingerecht anliefern – Wand für Wand, Bauteil um Bauteil, von der Rückwand über die Seitenwände nebst Fenstern, Erkern und Türen, Dach und allem, was dazugehört. Ist die Haustechnik installiert, steht dem schlüsselfertigen Bezug nichts im Wege. Die Bauphase wird stark verkürzt und so kostbare Zeit gespart, außerdem kann das Haus weitgehend wetterunabhängig aufgebaut werden. Für viele Bauherren ist das der Hintergrund für ihre Entscheidung für die Variante Fertighaus. Mehr Wissenswertes und jede Menge Infos darüber findet man auch hier.

Ein großer und elementarer Vorteil beim Fertighaus ist, dass man sich auf den Liefertermin des Hauses gezielt vorbereiten kann. Leistungsfähige Anbieter garantieren die pünktliche Anlieferung – und dann geht alles ganz schnell: Während es bei der Variante des klassischen Massivbaus immer wieder zu wetterbedingten – wie beim "Abwintern" teils sogar gewollten – Baupausen kommen kann, die das ganze Vorhaben zeitlich erheblich ausdehnen und auch deshalb letztlich teuer zu stehen kommen, steht ein Fertighaus unter Umständen binnen weniger Tage. Die Vorfertigung in Werkhallen sichert eine Qualität, wie sie ein Bauherr auf einer herkömmlichen Baustelle kaum selbst überwachen könnte.

Ein Alptraum für jeden Bauherrn, der Stein auf Stein setzen lässt, sind unerwartet lange Frostphasen. Obgleich die Winter milder werden kann es doch vorkommen, dass sogar über Wochen und manchmal auch Monate hinweg nicht weitergebaut werden kann. Zwar wird meist ein recht üppiges Zeitfenster für die Fertigstellung eingeplant, um genügend Pufferzeit zu haben, doch wenn alle Termine platzen und man aus der alten Wohnung ausziehen muss, ohne wie geplant ins neue Domizil einziehen zu können, dann kommt keine Freude über den Stress und die zusätzlichen Kosten auf.

Stress, finanzielle Verluste und schlaflose Nächte

Bei einer "ewigen Baustelle" kann der Traum vom Haus schnell zum Alptraum werden – Stress und Ärger fressen die Bauherren auf und bereiten ihnen mehr als nur einige schlaflose Nächte. Ist der Bau eng kalkuliert und das finanzielle Polster im Rücken nicht groß genug, kann es quasi über Nacht zu finanziellen Engpässen kommen, dann nämlich, wenn unvorhergesehene Ausgaben und Kosten anstehen. Mancher ist überrascht, wenn die Anschlüsse für Wasser, Abwasser, Strom und Gas bei einer schlüsselfertigen Immobilie noch nicht vorhanden sind, denn schlüsselfertig heißt noch lange nicht bezugsfertig. Auch beim Verlegen von Rohrleitungen oder der Elektrik können sich Überraschungen ergeben. Oder Grundwasser, das beim Kauf des Grundstücks nicht offensichtlich erkennbar war, verlangt eine zusätzliche Wanne für den Keller. Zudem können in der aktiven Bauphase selbst ungeahnte Kosten entstehen, die so nicht eingeplant waren, beispielsweise, wenn Bauverzögerungen eintreten, die Bauunternehmen entsprechend erst später bezahlt werden, die finanzierende Bank für den verspäteten Abruf der Auszahlungen jedoch Bereitstellungszinsen verlangt.

Fertighaustradition im Landkreis Görlitz

Erfunden wurde das Fertighaus um das Jahr 1900 von Gustav Lilienthal, dem Bruder des Flugpioniers Otto Lilienthal. Seine in Berlin vorgefertigten Häuser – im Volksmund deshalb auch "Berliner Häuser" genannt – brauchten auf der Baustelle nur noch verschraubt zu werden. Auch der Architekt und Bauhaus-Gründer Walter Gropius engagierte sich für die Fertighaus-Bauweise. Gemeinsam mit Konrad Wachsmann, Chefarchitekt des Holzbau-Unternehmens Christoph & Unmack in Niesky bei Görlitz, baute Albert Einstein 1929 in der Nähe von Potsdam ein Fertighaus. Bei Christoph & Unmack vorgefertige Holzhäuser kann man noch heute in Niesky, so auf der Konrad-Wachsmann-Straße, bewundern, was für die Haltbarkeit der vorgefertigten Häuser spricht.

Gemeinsam mit dem ebenfalls wegen der Nazis emigrierten Gropius entwickelte Wachsmann in den USA das "Packaged House System", ein Fertighaus, das ihn weltweit berühmt machte und das in weniger als neun Stunden von fünf ungelernten Arbeitern errichtet werden konnte. Das gehört zu den Geschichten hinter den 85 in Niesky erhaltenen Holzhäusern, über die man sich u.a. im Museum Niesky informieren kann.

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  • Quelle: red | Foto: paulbr75 / Paul Brennan, Pixabay License
  • Erstellt am 14.01.2020 - 13:59Uhr | Zuletzt geändert am 14.01.2020 - 15:45Uhr
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